Drohnenattacke auf Flughafen Leipzig/Halle
Moskau bestellt Geschäftsträger deutscher Botschaft ein

Das russische Außenministerium hat den Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in Moskau einbestellt, um gegen Berlins Sanktionen nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle zu protestieren. Es gehe um die antirussischen Handlungen und die Äußerungen der deutschen Führung, teilte das Ministerium mit.

    Die deutsche Botschaft in Moskau.
    Deutsche Botschaft in Moskau. (Archivbild) (Foto: Thomas Körbel/dpa)
    Russland hatte Gegensanktionen angekündigt. Als denkbar gilt eine Schließung des Goethe-Instituts und des Generalkonsulats in St. Petersburg. Schon in der Vergangenheit hatten beide Seiten im Zuge von Sanktionen wechselseitig Konsulate geschlossen.
    Russland bestreitet, etwas mit der Drohne auf dem Flughafen zu tun zu haben. Die Bundesregierung hatte gestern offiziell Russland für den Drohnenvorfall verantwortlich gemacht. Unter anderem soll deshalb das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden. Unterstützung für das deutsche Vorgehen kam von der EU und der NATO.

    Frankreich für weitere Sanktionen

    Die EU-Außenbeauftragte Kallas bezeichnete den versuchten Sprengstoffanschlag mit Drohnen am Flughafen Leipzig/Halle als staatlich unterstützten Terrorakt bezeichnet. Kallas sagte vor einem Treffen der EU-Außenminister in Irland, der Vorfall weise alle Merkmale eines solchen Terrorismus auf.
    Die Europäische Union erwarte von Russland eine Erklärung zu den Vorwürfen, sagte Kallas. Als Konsequenz ließ sie den russischen EU-Gesandten in Brüssel einbestellen. Auch das französische Außenministerium bestellte einen Vertreter der russischen Botschaft in Paris ein. Minister Barrot sprach sich für weitere Sanktionen gegen Russland aus. NATO-Generalsekretär Rutte fügte hinzu, Russland agiere zunehmend rücksichtslos. Bundesaußenminister Wadephul sagte, Moskau müsse wissen, dass sein Weg gescheitert sei, mit hybriden Mitteln Ansprüche umzusetzen.
    Diese Nachricht wurde am 02.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.