Donnerstag, 22.10.2020
 
Seit 09:10 Uhr Europa heute









Nächste Sendung: 27.10.2020 22:05 Uhr

Musikszene
Tod an der Orgel
150 Jahre Louis Vierne
Von Maria Gnann

Ein einziger Pedalton hing noch in der Luft, als Louis Vierne am 2. Juni 1937 am Spieltisch „seiner“ Orgel zusammenbrach und starb. 37 Jahre hatte er das Cavaillé-Coll-Instrument in der Pariser Notre-Dame-Kirche beherrscht - technisch perfekt und hochvirtuos - und darauf anspruchsvolle, düster-chromatische Werke geschaffen, die bis heute zur Ausbildung am Pfeifeninstrument dazugehören. Koboldhaft funkelnde Scherzi prägen seine Orgelsinfonien, aber auch ein zunehmend schwermütiger Tonfall. Ab 1906 erlebte der Komponist eine „pure Aneinanderreihung von Katastrophen“: Er brach sich das Bein und erkrankte an Typhus. Seine Frau verließ ihn, sein Sohn wurde erschossen, sein Bruder von einer Granate getötet. Und Viernes gesamtes Vermögen versickerte ab 1916 in einem Schweizer Sanatorium, in dem er sich mehrere Jahre wegen seines Augenleidens aufhalten musste. An Grauem Star litt Vierne seit seiner Geburt am 8. Oktober 1870. Heute, 150 Jahre später, wird noch immer an sein Leben und Werk erinnert, zum Beispiel von Olivier Latry, dem jetzigen Titularorganisten von Notre-Dame, der in dieser Sendung zu Wort kommt.
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 1

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk