
Die Aufarbeitung der Bayreuther Nazi-Vergangenheit und der antisemitischen Gesinnung Richard Wagners werde bis heute nur ”halbherzig” betrieben, so der Musikwissenschaftler. Es gehe dabei eher darum, "möglichst viel zu verdrängen und zu verstecken, als aufzuklären". Dies habe die Debatte um die geplante Gedenkveranstaltung zum 150. Jubiläum erneut gezeigt. Man müsse sich stattdessen damit auseinandersetzen, dass Wagners Werk von dessen Weltbild und antisemitischen Schriften nicht zu trennen sei, erklärte Nemtsov.
Die Leiterin des Bayreuther Festivals, Katharina Wagner, hatte eine für das erste Festspielwochenende geplante Gedenkveranstaltung mit dem jüdischen Publizist Michel Friedman unter Verweis auf "Sicherheitsbedenken" zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben. Nach scharfer Kritik auch aus der Politik bat sie Friedmann nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" um Entschuldigung, die dieser auch angenommen habe. Die Veranstaltung soll demnach am 26. Juli stattfinden.
Diese Nachricht wurde am 21.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
