Gewalt
Nach tödlichem Angriff in Stade: Beamtenbund fordert mehr Schutz für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes

Nach dem Schusswaffenangriff in einer Mutter-Kind-Einrichtung im niedersächsischen Stade mit sechs Todesopfern fordert der Deutsche Beamtenbund zusätzliche Schutzmaßnahmen.

    Spezialisten des LKA Niedersachsen sind am Tatort, einem Gebäude einer Jugendeinrichtung, eingetroffen.
    Nach dem Schusswaffenangriff in einer Mutter-Kind-Einrichtung fordert der Deutsche Beamtenbund zusätzliche Schutzmaßnahmen. (picture alliance / dpa / Kai Moorschlatt)
    Seit Jahren weise der Verband auf die wachsende Zahl von Gewalttaten gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes hin, sagte der DBB-Vorsitzende Geyer der "Rheinischen Post". Man schulde Menschen einen besonderen Schutz, die für den Staat den Kopf hinhielten. Es gehe um eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Geyer forderte eine schnelle Aufklärung der Tat und konkrete Schlussfolgerungen.

    Familiärer Hintergrund der Tat

    Der gestrige Schusswaffenangriff mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade hat nach Einschätzung der Polizei einen familiären Hintergrund. Am Tatort wurden fünf Erwachsene getötet. Mehrere Menschen wurden zudem teils schwer verletzt. Ein Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.
    Bei einer Pressekonferenz sprachen die Ermittler am Abend von vier weiblichen und zwei männlichen Todesopfern. Bei den Getöteten handele es sich um Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung sowie des Jugendamts.
    Der mutmaßliche Schütze wurde auf der Flucht festgenommen. Nach Angaben der Lüneburger Polizeipräsidentin, Schuol, handelt es sich um einen 45-jährigen Mann. Als mutmaßliches Motiv nannte Schuol einen Konflikt um das Sorgerecht für ein drei Monate altes Kind. Dieses und die Mutter seien nicht verletzt worden.

    Steinmeier: "Tief erschüttert über das Ausmaß der Gewalt in einem Raum, der Schutz geben soll"

    Der Schusswaffenangriff in Stade hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Bundeskanzler Merz schrieb im Online-Dienst X, die Nachricht aus Stade erschüttere ihn bis ins Mark. Sein Mitgefühl gelte den Opfern und ihren Angehörigen. Zudem dankte er der Polizei für ihren schnellen Einsatz. Auch Bundespräsident Steinmeier drückte seine Anteilnahme aus. In Berlin sagte Steinmeier, er sei tief erschüttert über das Ausmaß der Gewalt in einem Raum, der Schutz bieten soll. Der niedersächsische Ministerpräsident Lies erklärte in Hannover, die Tat mache die gesamte Landesregierung tief betroffen. Zugleich bat er darum, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und den Ermittlungen den nötigen Raum zu geben. Nun sei die Zeit für Trauer, Anteilnahme und sachliche Ermittlungsarbeit, nicht für Spekulationen und Verunsicherung.
    Diese Nachricht wurde am 30.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.