Frankreich
Nach Vergewaltigungen und Gerichtsverfahren: Gisèle Pelicot veröffentlicht ihre Memoiren

Gisèle Pelicot hat ihre Memoiren veröffentlicht. Die Französin, die über Jahre hinweg unwissentlich vergewaltigt wurde, will mit ihrem Buch auch andere Frauen sensibilisieren. Es erscheint in 22 Sprachen.

    Foto von Gisèle Pelicot aus dem Jahr 2024.
    Foto von Gisèle Pelicot aus dem Jahr 2024. (picture alliance / abaca | Coust Laurent/ABACA)
    Der Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Von ihrem Mann wurde Pelicot mit Medikamenten betäubt und dann, häufig gemeinsam mit Internetbekanntschaften, hundertfach vergewaltigt. Alle 51 Angeklagten wurden im sogenannten Avignon-Prozess Ende 2024 schuldig gesprochen.
    In ihren Memoiren erzählt Pelicot, wie sie mit Entsetzen erfuhr, was ihr Ehemann ihr angetan hatte. Die Ermittler hatten ihr zum Beweis Fotos vorgelegt, die Dominique Pelicot von seinen Taten gemacht hatte. Er hatte sie auf einer Festplatte im Ordner "Missbrauch" abgelegt. 

    Begegnungen mit Vergewaltigern vor Gericht

    Gisèle Pelicot beschreibt auch, wie sie sich zu einem öffentlichen Verfahren entschloss und wie sie das Zusammentreffen mit ihren Vergewaltigern vor Gericht erlebte. Viele von ihnen beteuerten während des Verfahrens ihre Unschuld. Die Beweise in Form von Fotos und Videos sprachen aber eindeutig gegen sie.
    Pelicot schreibt, sie sei vor allem froh zu wissen, dass eine Frau, die sich beim Aufwachen nicht an den Vorabend erinnern könne, fortan daran denken werde, was ihr widerfahren sei. "Ich möchte nicht als Opfer gesehen werden und habe mich nie als Ikone empfunden oder betrachtet", betont sie.
    Das 255 Seiten lange Buch hat Pelicot gemeinsam mit der französischen Journalistin Judith Perrignon geschrieben. In ihrer Heimat wird das Buch in einer Auflage von 150.000 Exemplaren gedruckt.

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    ”Eine Hymne an das Leben” – Memoiren des Vergewaltigungsopfers Gisèle Pelicot (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 17.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.