
Die Europäische Kommission erklärte in Brüssel, Minderjährige müssten in der EU den gleichwertigen Schutz erhalten wie in den USA. Die Kommission hatte bereits 2024 eine Untersuchung gegen Meta wegen Suchtgefahren eingeleitet. Sollte der Konzern Änderungen an seinen Social-Media-Plattformen nicht zustimmen, droht ihm ein Bußgeld von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Meta ändert Nutzungsbedingungen für Minderjährige in USA
In den USA hatten mehr als 30 Bundesstaaten Meta wegen des Vorwurfs verklagt, seine sozialen Netzwerke gezielt so gestaltet zu haben, dass sie Minderjährige abhängig machen - was der Konzern bestreitet. Am Donnerstag gab es dann einen außergerichtlichen Vergleich. Demnach sollen Minderjährige auf den Plattformen von Meta künftig insgesamt nur noch für zwei Stunden pro Tag online sein dürfen. Von Mitternacht bis sechs Uhr morgens soll die Nutzung für unter 18-Jährige ebenfalls blockiert sein. Während der Schulzeiten und nachts sollen Minderjährige keine Benachrichtigungen der Apps mehr erhalten.
Meta zahlt außerdem knapp 17 Milliarden US-Dollar, die die Bundesstaaten für den Schutz der psychischen Gesundheit von Jugendlichen ausgeben können. Dem Konzern des Milliardärs Mark Zuckerberg gehören auch die Sozialen Netzwerke Threads und Horizon Worlds.
UNO: "Regierungen müssen selbst aktiv werden"
Die Vereinten Nationen forderten eine Ausweitung der Maßnahmen auf alle Social-Media-Apps. UNO-Menschenrechtskommissar Türk schrieb auf X, die Änderungen sollten "branchenweit umgesetzt werden". Die Zugeständnisse von Meta gingen in die richtige Richtung, erklärte Türk. "Aber wir sind noch nicht am Ziel. Die Regierungen müssen selbst aktiv werden, anstatt darauf zu warten, dass Gerichte und Unternehmen Maßnahmen ergreifen."
Unterschiedliche Reaktionen in Deutschland
In Deutschland erklärte das Bundesfamilienministerium, der Vergleich von Meta mit den US-Bundesstaaten sei ein weiterer Beleg dafür, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen auf sozialen Plattformen entschlossen weiterentwickelt werden müsse.
Der Gründer des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie, Beckedahl, stufte den Vergleich als Erfolg für Meta ein. Beckedahl sagte im Deutschlandfunk, hinter den Kulissen habe Meta-Gründer Zuckerberg härtere Maßnahmen und höhere Strafen verhindert.
Diese Nachricht wurde am 28.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
