Bundesregierung
Nationaler Sicherheitsrat tagt zu Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle

Der Nationale Sicherheitsrat der Bundesregierung hat zu dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle getagt. Die Beratungen seien telefonisch erfolgt und hätten unter Vorsitz von Bundeskanzler Merz stattgefunden, teilte ein Regierungssprecher mit.

     Blätter rahmen das Kanzleramt in Berlin ein.
    Die Bundesregierung hatte den Nationalen Sicherheitsrat im Sommer 2025 unter der Leitung des Bundeskanzlers eingerichtet (Archivbild). (dpa / Michael Kappeler)
    Demnach steht Merz zu den Ereignissen in Leipzig "in fortwährendem Austausch" mit Bundesminister Dobrindt und anderen Mitgliedern der Bundesregierung. Nach dem Fund der Sprengstoff-Drohne fordert der Verteidigungsausschuss-Vorsitzende Röwekamp eine zentrale Zuständigkeit für die Abwehr solcher Fluggeräte. Statt bei einer Vielzahl föderaler Luftsicherheitsbehörden sollte diese bei Bundesinnenministerium und Bundespolizei liegen, sagte der CDU-Politiker dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Am Ende habe nur der Zufall und die Umsicht eines Busfahrers Schlimmeres verhindert. Laut Sicherheitskreisen hatte die Drohne zwischen Flugzeugen knapp über dem Boden geschwebt, bevor der Mann sie gesehen und mit einem Fußtritt zu Boden gebracht habe.
    Der Verteidigungspolitiker Kiesewetter, ebenfalls CDU, verwies im Deutschlandfunk auf die Bedeutung des Flughafens Leipzig/Halle als Standort für NATO-Lufttransporte etwa von Munition. Daher müsse von einem Angriff auf die Flughafeninfrastruktur ausgegangen werden, so Kiesewetter.

    Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle: Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

    Am Donnerstag übernahm die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen zu dem ‌mutmaßlichen Anschlagsversuch. Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Es handele sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland.
    An der Drohne sei professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht worden. Berichte, laut denen das ukrainische Flugzeug, in dessen Nähe die Sprengstoff-Drohne entdeckt wurde, mit Munition beladen gewesen sei, wurden inzwischen dementiert.
    Bei einem weiteren Vorfall in der Nähe stieß eine Frachtmaschine mit einem unbekannten Flugobjekt zusammen und wurde leicht beschädigt.

    Grünen-Fraktionschefin: Dobrindt muss Russland-Verdacht klar benennen

    Grünen-Fraktionschefin Dröge erhob in der Zeitung "Die Welt" Vorwürfe gegen Russland und kritisierte Bundesinnenminister Dobrindt dafür, dass er diesen Verdacht nicht klar benannt hat. Dröge forderte Bundeskanzler Merz auf, den Nationalen Sicherheitsrat einzuberufen. Auf eine solche Aggression müsse mit Entschlossenheit reagiert werden, nicht mit schwammigen Worten. Der Minister hatte zwar "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht ausgeschlossen, aber vor Spekulationen hinsichtlich der Täterschaft gewarnt. Dobrindt sprach von einem hybriden Anschlagsszenario.
    Der Vorfall hat eine Diskussion darüber ausgelöst, inwiefern Deutschland sich vor Angriffen mit Drohnen schützen kann. Der Sicherheitsexperte Nico Lange sagte im Deutschlandfunk, es sei lediglich Glück gewesen, dass es nicht zu einer Katastrophe gekommen sei. Hierzulande sei man überhaupt nicht auf dem Stand der Dinge und viel zu langsam.
    Diese Nachricht wurde am 07.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.