
Nach Berichten von "Stern", Spiegel" und "ARD" kam es am Freitag zu einer Aussprache in der Fraktions-Arbeitsgruppe Haushalt, nachdem mehrere der 14 Mitglieder den Rauswurf Spahns aus dem Bundestagsausschuss gefordert haben sollen. Die Fraktionsführung habe interveniert, am Ende sei eine Art Bewährungsfrist bis Ende des Jahres vereinbart worden, berichten die Medien übereinstimmend. Eine formelle Frist wurde allerdings nicht bestätigt. Es soll aber Forderungen nach einem freiwilligen Rückzug Spahns aus dem Ausschuss gegeben haben.
Kein Kommentar der Fraktionsführung
Die Fraktionsführung wollte sich nicht dazu äußern. "Interne Angelegenheiten kommentieren wir nicht", teilte ein Sprecher mit. Auch der Vorsitzende der AG Haushalt, Haase, hielt sich zurück: "Ich möchte mich nicht zu internen AG-Fragen äußern." Spahn selbst und sein Büro reagierten zunächst nicht auf Anfragen der dpa.
Spahn war im Juli als Fraktionschef zurückgetreten, nachdem er und sein Mann mit Hilfe einer Leihmutter Eltern geworden waren - was in der Partei massive Empörung auslöste. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die Union tritt dafür ein, dass dieses Verbot beibehalten wird. Anfang September teilte die Fraktionsführung mit, dass Spahn den Posten im Haushaltsausschuss bekommt.
Sardinien-Foto löste Irritationen aus
Die neuen Irritationen wurden durch die Veröffentlichung eines Fotos von Spahn bei "Bild" ausgelöst, das ihn während der laufenden Sitzungswoche des Bundestags mit seinem Sohn auf dem Arm auf der italienischen Insel Sardinien zeigen soll. Die "Bild" zog das Foto später zurück. Es sei in einem privaten Rahmen entstanden, mit der Veröffentlichung habe "Bild" gegen seine eigenen Regeln verstoßen, hieß es.
Spahn selbst erklärte die zweitägige Abwesenheit laut "Stern" mit familiären Gründen. "Eine Vertretung für die Sitzung des Haushaltsausschusses wurde, wie es üblich ist, organisiert", zitiert das Medium das Umfeld Spahns.
Diese Nachricht wurde am 27.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



