Mittwoch, 25. Mai 2022

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Neue Bestimmungen
Das soll sich für die Schiedsrichter ändern

Für die Schiedsrichter in der Bundesliga sollen bei einer Fortsetzung des Spielbetriebs neue Richtlinien gelten. Schiedsrichter-Experte Alexander Feuerherdt hält den Einsatz von Unparteiischen in der eigenen Region für "völlig unproblematisch", sagte er im Dlf. Zum Einsatz gezwungen werden kann aber keiner der Referees.

Alexander Feuerherdt im Gespräch mit Matthias Friebe | 12.04.2020

ARCHIV - ILLUSTRATION - Fußball-Schiedsrichter verlassen am 09.03.2008 nach einem Amateurspiel in der Landesliga einen Fußballplatz in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen).
Für die Schiedsrichter soll es in Zeiten von Corona offenbar einen neuen Maßnahmenkatalog geben. (Julian Stratenschulte/dpa/picture alliance)
Für die Schiedsrichter in der Fußball-Bundesliga sollen bei einer Fortsetzung des Spielbetriebs neue Richtlinien gelten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung.

Demnach soll das Verbot aufgehoben werden, dass Schiedsrichter Spiele aus der eigenen Region pfeifen. Stattdessen sollen die Unparteiischen erst recht regional eingesetzt werden, um Reisen zu minimieren.

Regel nicht mehr zeitgemäß
Schiedsrichter Felix Brych mit Pfeife im Mund während eines Bundesliga-Spiels
Schiedsrichter Felix Brych stammt aus Bayern, darf bisher deswegen aber keinerlei Spiele des FC Bayern oder des 1. FC Nürnberg pfeifen (imago sportfotodienst)
"Ich fände es völlig unproblematisch, wenn beispielsweise ein Deniz Aytekin oder Felix Brych den FC Bayern München pfeifen würden", sagte Schiedsrichter-Experte Alex Feuerherdt im Deutschlandfunk. Feuerherdt ist auch für den Fußballverband Mittelrhein sowie den DFB als Schiedsrichterbeobachter, aber auch Lehrwart tätig. Feuerherdt halte die alte Regel ohnehin für überholt. In anderen Sportarten werde dies schon erfolgreich praktiziert.

Zudem sollen im Video-Zentrum in Köln Plexiglas-Scheiben eingebaut werden. Über eine Mundschutzpflicht für alle Beteiligten in Köln werde zudem nachgedacht. "Das würde die Kommunikation nicht leichter machen, es ist womöglich aber notwendig", sagte Feuerherdt, der auch den Schiedsrichter-Podcast "Collinas Erben" betreibt. Ein Mundschutz für den Schiedsrichter auf dem Rasen sei aber "unvorstellbar", um eine Ansteckung zu verhindern, solle es aber deutlich mehr Test geben. Gezwungen wird niemand und der Einsatz - so es denn wieder losgeht - auf freiwilliger Basis beruhen.
"Da muss man abwarten, welche Eigendynamik das Ganze möglicherweise noch auf Seiten der Unparteiischen entwickeln wird", sagte Feuerherdt.