
Das Team um den Meeresbiologen Jamie Macaulay hatte vor der Küste der südwestenglischen Grafschaft Cornwall ein Stellnetz mit einem akustischen Überwachungssystem versehen und in Folge dessen ein solches Beifang-Ereignis mit einem Schweinswal aufgezeichnet. Wie die Forscher im Fachjournal "Open Science" berichten, gibt der Vorfall nun neue Einblicke in das Verhalten der Meeressäuger.
Zwei Schweinswale hätten in der Nähe des Netzes nach Nahrung gesucht, bevor sich einer von ihnen in dem Netz verfangen habe. Während dieses Tier versucht habe, sich zu befreien, habe es mehr als 50 Rufe ausgestoßen und mehrfach das Netz angehoben. Schließlich sei der Schweinwal aber nach mehreren Minuten erstickt.
Forscher: Notsignale erstmals so detailliert aufgezeichnet
Bei den Rufen handele es sich möglicherweise um Notsignale an den Artgenossen, schreiben die Wissenschaftler. Auch der andere Schweinswal soll etliche Rufe ausgestoßen haben. Ein solcher Vorfall sei erstmals so detailliert aufgezeichnet worden. Nach Angaben der Forscher gibt es alleine in britischen Gewässern Tausende Kilometer an Fischernetzen.
Das Verfangen von Tieren in Fischereiausrüstung sei die weltweit häufigste, direkt vom Menschen verursachte Todesursache von Delfinen und Schweinswalen. In Großbritannien sterben demnach jährlich etwa 1.000 Schweinswale, nachdem sie sich in Stellnetzen verfangen haben. Die Experten erhoffen sich von der Studie, neue Informationen zur Entwicklung von Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Schall reflektierenden Netzen.
Diese Nachricht wurde am 26.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
