
Konkret rät die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zu sogenannten Repellentien, zu langer Kleidung und dazu, Wohnräume mit Fliegengittern zu sichern. Repellentien sind Substanzen, die Mücken durch Duftstoffe fernhalten, etwa in Form von Sprays.
Malaria-Fälle in Frankfurt: Infektionsrisiko gilt als gering
Trotz der neuen Fälle stuft das Amt das Infektionsrisiko für die Bevölkerung als sehr gering ein. Die klimatischen Bedingungen in Deutschland seien für die Vermehrung von Malaria-Erregern und deren Übertragung durch Mücken ungünstig.
Die beiden Erkrankten wohnen im Stadtteil Schwanheim nahe des Flughafens. Nach Einschätzung der Behörden könnten sie von einer infizierten Mücke gestochen worden sein, die mit einer Maschine nach Frankfurt am Main gelangt ist. Bereits im Sommer waren sechs Flughafen-Mitarbeiter an sogenannter Flughafen-Malaria erkrankt, zwei von ihnen starben.
Flughafen-Malaria ist selten in Europa
Fälle von Flughafen-Malaria sind in Europa selten. Einer Studie zufolge wurden seit 1969 europaweit 145 Malaria-Fälle registriert, bei denen die Ansteckung vor Ort erfolgte. Mindestens 105 davon wurden als Flughafen-Malaria eingestuft. Für Deutschland wurden neun Fälle erfasst, davon acht in Frankfurt.
Gesundheitsamt untersucht Zusammenhang
Die beiden Patienten werden stationär behandelt. Die Behörden prüfen derzeit, ob ein Zusammenhang mit den früheren Erkrankungen besteht. Zugleich hat das Gesundheitsamt sein Mücken-Monitoring auf Schwanheim ausgeweitet und bittet Bürger sowie Ärzte, bei entsprechenden Symptomen auch eine Flughafen-Malaria in Betracht zu ziehen.
Malaria ist eine potenziell lebensbedrohliche Infektionskrankheit, die durch Mücken übertragen wird. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind eine frühe Diagnose und eine rasche Behandlung entscheidend, um schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.
Diese Nachricht wurde am 17.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
