Ukraine-Krieg
Neuer russischer Großangriff auf Kiew - mindestens zehn Tote

Russland hat in der vergangenen Nacht erneut die ukrainische Hauptstadt Kiew angegriffen. Bei stundenlangem Beschuss seien mindestens zehn Menschen getötet und rund 60 weitere verletzt worden, teilten ukrainische Behörden mit.

    Ukraine, Kiew: Rettungskräfte sind nach einem russischen Angriff mit der Brandbekämpfung beschäftigt.
    Mehrere Tote nach russischem Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew. (Efrem Lukatsky/AP/dpa)
    Mehrere Wohnhäuser seien sowie ein Hotel getroffen worden, berichteten lokale Medien. Kiews Bürgermeister Klitschko rief die Bewohner auf, in Schutzräumen zu bleiben. Am frühen Morgen wurde eine neue Angriffswelle gemeldet. Auch in Saporischschja und Pawlohrad im Südosten sowie Sumy und Charkiw im Nordosten des Landes wurde Luftalarm ausgelöst.
    Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, man habe bei den Angriffen ballistische Raketen und weitere Langstreckenwaffen eingesetzt. Dabei habe es sich um eine Reaktion auf ukrainische Attacken in den vergangenen Tagen gehandelt.

    Selenskyj warnte vor der Angriffswelle

    Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte zuvor vor einem bevorstehenden Großangriff auf die Ukraine gewarnt. Alle ein bis zwei Wochen gebe es massive Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen – und "heute gibt es die unangenehme Information über die nächste Vorbereitung eines solchen massiven russischen Angriffs", sagte er am Rande einer Zeremonie zum Wechsel der EU-Ratspräsidentschaft in Dublin. Daher werde er direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren.

    Denkfabrik CSIS: Russland erleidet hohe Verluste

    Beobachter werten die russischen Luftangriffe auf ukrainische Städte auch als Zeichen dafür, dass die russische Armee an der Front keine Fortschritte mehr erziele und hohe Verluste erleide. Die Washingtoner Denkfabrik CSIS erklärte, im ersten Halbjahr 2026 seien achtmal mehr russische Soldaten gefallen als ukrainische. Hauptgrund dafür sei der verstärkte und äußerst wirkungsvolle Einsatz ukrainischer Kampfdrohnen.
    Diese Nachricht wurde am 02.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.