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Neues GeldFacelift für den 10-Euro-Schein

Seit heute ist der neue 10-Euro-Schein im Umlauf: röter, haltbarer, sicherer. Das neue Geld ist aber gar nicht so leicht zu finden, stellt DLF-Redakteur Michael Braun fest. Und dann gibt es auch noch an den Fahrkartenautomaten Probleme.

Von Michael Braun | 23.09.2014

Am 23. September 2014 führte die Bundesbank neue 10-Euro-Scheine ein.
Am 23. September 2014 führte die Bundesbank neue 10-Euro-Scheine ein. (dpa / picture alliance)
Fehlanzeige in der Zentrale einer Frankfurter Großbank. Der Geldautomat dort hat zwar Bares herausgegeben, aber der neue Geldschein war nicht dabei. Da hilft in Frankfurt nur, sich bei Jacques Bailly zu erkundigen. Der betreibt gegenüber der Europäischen Zentralbank der Kiosk "Das Investment" und ist immer früh auf:
"Ich bin seit 20 nach drei heute früh hier. Meistens bin ich um drei hier, manchmal um halb vier. Und noch kein neuer 10-Euro dabei? Nein, noch keinen gesehen. Also, ich denke, wir werden auch diese Woche noch keinen sehen. Was haben wir jetzt? Dienstag. Also, ich denke, die ersten werden vielleicht frühestens am Freitag oder Samstag auftauchen. Denke ich. So war es bei der 5-Euro-Schein-Einführung."
Es dauert also ein paar Tage, bis der neue Geldschein unters Volk kommt. Die Bundesbank, teilte sie mit, habe heute mit der Verteilung begonnen. Sie lässt das neue Geld drucken, verteile aber sehr viel mehr als sie herstelle, sagt der fürs Bargeld zuständige Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele:
"Wir geben die Banknoten aus und erhalten einen Auftrag, Banknoten zu drucken, entsprechend unserem Kapitalanteil am Eurosystem. Und das sind etwa 27 Prozent. Wir emittieren aber fast 45 Prozent aller Banknoten, die im Eurosystem ausgegeben werden. Das liegt am Flughafen Frankfurt, wo eben in andere Länder auch Euro gebracht wird. Das liegt aber auch an der Vielzahl der Grenzen Deutschlands, dass eben von uns aus eben Euro auch in andere Wirtschaftsräume auch benachbarter Länder gelangt."
Bahn-Fahrkartenautomaten spuckt Zehner wieder aus
In der Frankfurter Niederlassung der Bundesbank lässt sich schließlich ein neuer 10-Euro-Schein ergattern. Damit an den Hauptbahnhof zu einem Fahrkartenautomaten. Der zieht den neuen Zehner ein - und spuckt ihn sofort wieder aus.
Fehlanzeige also bei der Akzeptanz. Dabei hatten EZB und Bundesbank gesagt, sie habe aus den schlechten Erfahrungen mit der neuen 5-Euro-Banknote im vorigen Jahr gelernt: also mehr Information früher herausgegeben. Und wenn das nicht reicht? Das sei nicht das Problem der Europäischen Zentralbank, hatte Direktoriumsmitglied Sabine Lautenschläger dem Deutschlandfunk gesagt:
"Wir haben alle Informationen bereitgestellt, damit die Automatenhersteller oder die Automatenbetreiber letztendlich Ihre Programme ändern können. Aber letztendlich sind wir davon abhängig, dass der Automatenbetreiber tatsächlich einen Mechaniker raus schickt und das Programm ändert oder was immer er da machen muss, damit der 10-Euro-Schein auch erkannt wird. Das liegt, wenn wir alles vorbereitet haben, wenn wir alles an Informationen und Erkenntnissen weitergegeben haben, auch in der Hand und damit in der Verantwortung der Automatenbetreiber."
Der neue 10-Euro-Schein hat die Färbung des alten behalten. Das Rot wirkt aber kräftiger. Die Oberfläche ist glatt, weil der Schein mit Speziallack überzogen ist. Das soll den Zehner haltbarer machen. Zu den auch schon vom neuen 5-Euro-Schein her bekannten Sicherheitsmerkmalen gehört, dass im Hologramm und im Wasserzeichen ein Porträt der Europa zu sehen ist, der mythologischen Gestalt also, die dem Kontinent ihren Namen geliehen hat. Zudem weisen die neuen Scheine der Europa-Serie auf der Vorderseite eine sogenannte Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau. Zugleich wandert ein heller Balken auf- beziehungsweise abwärts. Insgesamt werden 4,3 Milliarden Stück des neuen 10-Euro-Scheins unters Volk gebracht.