Montag, 03. Oktober 2022

Archiv

Neues Waffengesetz
"Wir hängen schon in einem sehr kontrollierten Apparat"

Die Bundesregierung hat das Waffenrecht geändert - sehr zum Ärger einiger Sportschützen. Oliver Geis, Vize-Weltmeister mit der Schnellfeuerpistole, ist zwar nicht direkt betroffen, kritisierte aber die Einschränkungen für die Athleten in anderen Disziplinen.

Oliver Geis im Gespräch mit Maximilian Rieger | 15.12.2019

Schütze Oliver Geis trainiert 2016 im Schießsportzentrum Suhl-Friedberg
Schütze Oliver Geis trainiert 2016 im Schießsportzentrum Suhl-Friedberg (dpa-Zentralbild)
Fast jede Sportart braucht ein Sportgerät: Die Fußballer haben den Fußball, die Kugelstoßerinnen eine Metallkugel und die Sportschützen ihre Waffen.
Anders als viele andere Sportgeräte, sind Pistolen und Gewehre aber potenziell tödlich – und werden dementsprechend reguliert. Wie genau das passiert, steht im Waffengesetz - und das hat der Bundestag gerade geändert. Demnach dürfen Magazine nur eine begrenzte Anzahl von Patronen fassen. Alle, die eine Waffe besitzen möchten, werden vom Verfassungsschutz geprüft - und die Schützen müssen nachweisen, dass sie im Jahr oft genug geschossen haben.
Einige Punkte wurden nachgebessert
Im Vorfeld hatten die Sportschützen das neue Gesetz scharf kritisiert, daraufhin wurden einige Punkte nachgebessert. Oliver Geis, Vize-Weltmeister mit der Schnellfeuerpistole, bekommt die Folgen der Gesetzesänderungen in seiner Sportart zwar nicht direkt zu spüren, kann den Ärger der Sportlerinnen und Sportler anderer Disziplinen aber verstehen. "Bei den Langwaffen, die dann auf 10-Schuss-Magazine begrenzt werden, ist das für den Sport extrem einschränkend", sagte er im Dlf.
"Wir haben in Deutschland schon eines der strengsten Waffengesetze überhaupt und meiner Meinung nach gab es keine Gründe, warum man da etwas ändern sollte." Zudem würden die Änderungen keine zusätzliche Sicherheit für die Bevölkerung bringen.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.