
"PTBS zerstört Leben und ist schwierig zu behandeln", begründete Neuseelands stellvertretender Premierminister Seymour die Entscheidung. MDMA, dessen chemische Bezeichnung 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin lautet, könne "sehr wirksam sein bei der Behandlung". Seymour hatte auch die Zulassung von als "Magic Mushrooms" bekannten halluzinogenen Pilzen zur Behandlung schwerer Depressionen unterstützt.
Zu der MDMA-Therapie von PTBS erklärte das neuseeländische Gesundheitsministerium, der Einsatz der Substanz werde in Kombination mit einer Psychotherapie erfolgen und sei erst ab 18 Jahren möglich. Außerdem dürften die Patienten die Droge nicht mit nach Hause nehmen. Ihr Einsatz erfolge vielmehr "in einem kontrollierten klinischen Rahmen unter der Aufsicht befugter Psychiater".
FDA: Fehlende Belege für Wirksamkeit und Sicherheit
PTBS ist eine psychische Störung, die manche Menschen nach traumatischen Erfahrungen oder Bedrohungen wie etwa in Kampfeinsätzen oder bei einem sexuellen Übergriff entwickeln. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte den medizinischen Einsatz von MDMA 2024 noch abgelehnt und dies damit begründet, dass es nicht genügend Belege für die Wirksamkeit und Sicherheit gebe. Bis in die 1980er-Jahre, vor einem erstmaligen Verbot, wurde die Substanz in den Vereinigten Staaten vielfach therapeutisch genutzt.
Im vergangenen Jahr war in Israel eine Studie zu Besuchern des Nova-Musikfestivals am 7. Oktober 2023 veröffentlicht worden, die zum Zeitpunkt des brutalen Angriffs der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas MDMA als Partydroge eingenommen hatten. Nach Bewertung der Autoren fielen bei ihnen die Auswirkungen des Traumas durch den tödlichen Hamas-Angriff geringer aus als bei Festival-Besuchern, die zum Zeitpunkt des Angriffs kein MDMA im Körper hatten. In Israel wurde ein begrenzter Einsatz der Substanz bereits 2019 im Rahmen einer therapeutischen Studie genehmigt.
Kritiker warnen vor schädlichen Nebenwirkungen einer Einnahme von MDMA. Zudem bemängeln sie, viele der vorliegenden Untersuchungen seien methodisch nicht überzeugend, weil etwa Doppelblindstudien aufgrund der starken Effekte der Substanz schwer durchzuführen seien.
Diese Nachricht wurde am 05.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
