Samstag, 04. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 8. bis zum 10. Mai +++

Das Kölner Impfprojekt an sozialen Brennpunkten ist vorerst ausgesetzt. In England dürfen die Menschen künftig wieder selbst entscheiden, ob sie mit engeren Freunden und Familie auf Abstand bleiben. Innenminister Seehofer ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

10.05.2021

Eine Straße im Stadtteil Chorweiler ist in den Morgenstunden leer. Bundeskanzlerin Merkel und die Regierungschefs der Länder wollen am Dienstag (19.01.2020) über eine mögliche Verschärfung der Lockdown-Regeln beraten.
Im Kölner Stadtteil Chorweiler (picture alliance/dpa | Oliver Berg)
Montag, 10. Mai
+++ Das Kölner Impfprojekt an sozialen Brennpunkten ist vorerst ausgesetzt. Das Land Nordrhein-Westfalen habe bisher kein Zusatzkontingent an Impfstoffen bereitgestellt, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Man habe Ende vergangener Woche wie gefordert einen Bericht verschickt und um weiteren Impfstoff gebeten. Bislang habe es jedoch keine Reaktion gegeben. Die SPD in Köln sprach von einem Schlag ins Gesicht für die Menschen in den Hochinzidenz-Gebieten. Das Landesgesundheitsministerium in Düsseldorf teilte mit, ein Erlass sei in Arbeit.
+++ In Deutschland haben 32,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus neuen Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung. Die Impfstellen haben in der Corona-Pandemie mittlerweile insgesamt mehr als 35 Millionen Dosen verabreicht.
+++ Die Gefahr einer Coronavirus-Infektion ist im öffentlichen Nahverkehr nicht höher als etwa im eigenen Auto. Das teilte das Verkehrsministerium Baden-Württembergs mit und beruft sich dabei auf eine Studie der Charité Research Organisation im Auftrag der Bundesländer und des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. Die Experten verglichen das Ansteckungsrisiko von Pendlern in Bussen und Bahnen mit demjenigen von Menschen, die regelmäßig mit Auto, Motorrad oder Fahrrad unterwegs sind.
+++ Innenminister Seehofer ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, teilte sein Sprecher mit. Er habe derzeit keine Krankheitssymptome.
+++ Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an Grund- und Förderschulen eingeführt. Mit dem Test sollen die mehr als 730.000 Schüler der Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Tests sind leichter anzuwenden als andere. Die Kinder müssen auf einem Stäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen. Kuriere fahren auf gut 400 Routen die Schulen ab und sammeln die Proben ein.
+++ In England dürfen sich die Menschen ab der kommenden Woche wieder in den Arm nehmen. Man dürfe dann wieder selbst entscheiden, ob man mit engeren Freunden und Familie auf Abstand bleibe oder nicht, kündigte Premier Boris Johnson an. Das heiße nicht, dass man die Vorsicht in den Wind schlagen könne.
+++ Die Gewalt gegen Frauen ist in der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Wie die Leiterin des Hilfetelefons, Söchting, in Berlin mitteilte, gab es im letzten Jahr rund 51.000 Anrufe oder Online-Kontakte. Dies sei ein Anstieg um 15 Prozent. Vor allem seit April 2020, also mit Beginn des ersten Lockdowns, habe es vermehrt Übergriffe gegeben.
+++ Die WHO hat drei weitere mögliche Medikamente gegen Covid-19 in eine internationale Studienreihe aufgenommen. An dem sogenannten Solidarity Trial können Forschungsteams weltweit teilnehmen. Dadurch soll die Suche nach einem Medikament gegen Covid-19 beschleunigt werden. Getestet werden sollen Infliximab, das zu den monoklonalen Antikörpern gehört, das Krebsmedikament Imatinib und das Malariamedikament Artesunat. Alle drei Präparate wirken entzündungshemmend, berichtet "Nature".
Terminbestaetigung für eine Coronaimpfung und Impfpass. Foto: Winfried Rothermel
Geimpft oder genesen - das sind aktuell die Voraussetzungen für mehr Erleichterungen. (picture alliance / Winfried Rothermel)
+++ Die Mehrheit der Deutschen hält die Lockerungen der Corona-Beschränkungen für Genesene und Geimpfte für gerechtfertigt. Knapp zwei Drittel (64,1 Prozent) äußerten Zustimmung zu den Lockerungen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des "Bonner General-Anzeigers" ergab. Fast jeder Dritte (27,9 Prozent) hingegen gab an, die Lockerungen für ungerechtfertigt zu halten. Der Rest (acht Prozent) äußerte sich unentschieden.
Besonders hoch waren die Zustimmungswerte der Auswertung zufolge bei den Menschen über 65 Jahren (70,8 Prozent). Die Ablehnungswerte hingegen waren in den Gruppen zwischen 30 und 39 Jahren (36,9 Prozent) sowie zwischen 40 und 49 Jahren (30,1 Prozent) am höchsten.
Die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene sind jetzt auch bundesweit gelockert. Was bedeuten die Erleichterungen genau und wie werden sie umgesetzt? Ein Überblick.
+++ In Deutschland haben 32,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus neuen Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung.
Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Impfzahlen, der Zahl der Infizierten und der Belegung der Intensivbetten in Deutschland.
+++ Russlands Präsident Putin hat seine Landsleute einmal mehr dazu aufgerufen, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Außerdem müsse ausreichend getestet werden, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge. Vor dem Hintergrund, dass Russland bereits im vergangenen Dezember mit Massenimpfungen begonnen hat, ist die Impfquote im flächenmäßig größten Land der Welt weiter verhältnismäßig gering.
+++ Hamburgs Gesundheitssenatorin Leonhard hat die Aufhebung der Corona-Notbremse ab Mittwoch angekündigt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in der Hansestadt den fünften Werktag in Folge unter 100. Gemäß dem Infektionsschutzgesetz würden nun die besonders scharfen Corona-Regeln außer Kraft gesetzt, hieß es. Dann können sich die Menschen in Hamburg nachts wieder frei auf der Straße bewegen. Die Kontaktbeschränkung auf einen Haushalt mit nur einer Person eines anderen Haushalts bleibt aber vorerst bestehen. Morgen wollen Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz Lockerungen beschließen, wo die Inzidenz ebenfalls seit Tagen unter 100 liegt.
Nächtliche Ausgangssperre in Hamburg. Blick auf die Kreuzung Glockengießerwall/Ballindamm an der Binnenalster.
Nächtliche Ausgangssperre in Hamburg (dpa/Georg Wendt)
+++ In Österreich öffnen am 19. Mai die Restaurants, Cafés und Hotels. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen können nach sieben Monaten Lockdown wieder Besucher empfangen. Voraussetzung ist, dass die Menschen geimpft, getestet oder von einer Corona-Infektion wieder genesen sind. Kanzler Kurz erklärte, als Zutrittsberechtigung setze Österreich auf den grünen Pass. Auch die Ausgangssperren würden dann aufgehoben.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Menschen in Deutschland aufgerufen, beim Reisen vorerst noch zurückhaltend vorzugehen. Er sagte in Berlin, das Gefühl sei im Moment besser als die Lage. Bei der Reiseaktivität sei nicht allein die Inzidenz am Zielort entscheidend, sondern auch der Weg dorthin. Spahn sagte, es gebe eine ermutigende Entwicklung bei den Neuinfektionen und auch auf den Intensivstationen. Man befinde sich aber immer noch auf sehr, sehr hohem Niveau. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 119.
+++ Im Laufe der Corona-Pandemie ist die Dunkelziffer der Infektionen gesunken. Zu Beginn sollen auf eine nachgewiesene Infektion neun oder zehn unbekannte gekommen sein. Die Uni Lübeck hat nun erforscht, dass die Dunkelziffer deutlich gesunken sein dürfte. Sie hat in ihrer Elisa-Studie ein Jahr lang mehr als 3.000 Personen in Lübeck regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Dabei kam heraus, dass im Mai 2020 bei den Untersuchten tatsächlich neun von zehn Infektionen unentdeckt geblieben wären - sie wurden nur im Rahmen der Studie über einen Antikörpertest nachgewiesen. Knapp ein Jahr später, also im April dieses Jahres, seien nur noch drei von zehn Infektionen unentdeckt geblieben. Der Großteil der Sars-CoV-2-Infektionen wird demnach auch in den offiziellen Zahlen abgebildet. Allerdings haben sich innerhalb der Studie insgesamt nur etwa hundert Personen infiziert. Ähnliche Studien kommen in früheren Phasen der Pandemie auf fünf- bis sechsmal mehr Infizierte als bekannt.
+++ Nach Ansicht führender Intensivmediziner ist die dritte Corona-Welle in Deutschland gebrochen. Der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Karagiannidis, verwies zur Begründung in der "Rheinischen Post" auf sinkende Infektionszahlen und weniger Intensivpatienten. Er geht davon aus, dass sich die Lage auf den Intensivstationen voraussichtlich bis Ende Juni entspannt haben wird. Jetzt müsse das Einschleppen von Virusvarianten verhindert werden - durch strenge Kontrollen von Reiserückkehrern aus Ländern außerhalb Europas.
+++ Die Abstands- und Hygieneregeln haben nach Darstellung der Techniker Krankenkasse dazu geführt, dass der Krankenstand zu Beginn dieses Jahres deutlich gesunken ist. Bei den TK-Versicherten lage er im ersten Quartal bei 3,8 Prozent und damit auf dem niedrigsten Wert seit 13 Jahren. Demnach gab es besonders bei den Erkältungskrankheiten weniger Fehltage. Auch die Grippewelle blieb aus, die sonst in der Regel alle zwei Jahre im Februar für einen erhöhten Krankenstand sorgt.
+++ Der Pharmahersteller Biontech aus Mainz expandiert weiter ins Ausland. Wie das Unternehmen mitteilte, soll in diesem Jahr ein weitere Produktionsstätte in Singapur entstehen. Biontech plant dort auch einen "regionalen Hauptsitz", wie er bereits in den USA eröffnet wurde.
Ein Verkäufer wartet in Prag auf Kundschaft am ersten Tag der Wiederöffnung des Einzelhandels in Tschechien am 10. Mai 2021.
Ein Verkäufer wartet in Prag auf Kundschaft am ersten Tag der Wiederöffnung des Einzelhandels in Tschechien. (AFP - Michal Cizek)
+++ Nach einer sechs Monate langen Schließung hat in Tschechien der gesamte Einzelhandel wieder geöffnet. Ein großer Andrang blieb am Montag zunächst aus. Es gelten strenge Hygieneregeln, eine FFP2-Maskenpflicht und eine Begrenzung der Kundenzahl auf eine Person je 15 Quadratmeter Verkaufsfläche. Wegen der Corona-Pandemie waren alle Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs seit Ende Oktober geschlossen - abgesehen von einer kurzen Unterbrechung vor Weihnachten.
+++ Ähnlich wie beim Impfstoff von AstraZeneca soll nun auch das Vakzin von Johnson & Johnson in der Regel bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt werden. Zugleich wird für den Impfstoff die Priorisierung in Arztpraxen und bei Betriebsärzten aufgehoben, wie Gesundheitsminister Spahn in Berlin bekanntgab. Nach ärztlicher Aufklärung können demnach auch jüngere Menschen das Präparat von Johnson & Johnson bekommen. Die Entscheidung hatten zuvor die Gesundheitsminister von Bund und Ländern getroffen und sich dabei auf eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission berufen. Auch im Zusammenhang mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson gibt es Berichte über einzelne Fälle von Hirnvenenthrombosen. Bei dem Vakzin reicht im Gegensatz zu den anderen Mitteln eine Injektion, um den vollen Impfschutz zu bekommen.
Nahaufnahme: Eine Hand im grünen Plastikhandschuh hält die Ampulle. 
Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson. (Johnson & Johnson / dpa)
+++ Der Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes, Hilgers, hat eine rasche Umsetzung des sogenannten Corona-"Aufholpaketes" für Kinder und Jugendliche gefordert. Hilgers sagte im Deutschlandfunk (Audio-Link), Bund, Länder und Gemeinden müssten sich mit den freien Trägern zusammensetzen und dafür sorgen, dass es schon im Sommer Angebote etwa in den Bereichen Sport und Kultur gebe. Dies sei besonders wichtig für benachteiligte Kinder und Jugendliche, die nicht mit ihren Familien in Urlaub fahren könnten. Hilgers betonte zudem, bis spätestens zum Ende der Sommerferien müssten alle Über-12-Jährigen geimpft sein, die dies wollten und bei denen eine Impfung möglich sei. Dann könne endlich wieder normaler Unterricht stattfinden.
+++ Der starke Einsatz von Kurzarbeit hat einer Studie zufolge in der Corona-Pandemie Massenarbeitslosigkeit verhindert. Auf dem Höhepunkt der Krise seien dadurch 2,2 Millionen Jobs gesichert worden, sechsmal so viel wie während der Finanzkrise 2008/2009, heißt es in der Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und der Universitäten Kiel und Münster. Aus der Studie zitiert die Süddeutsche Zeitung. Darin heißt es demnach weiter, allerdings werde es für manche Beschäftigten finanziell knapp. Die Regierung hatte die Zuschüsse für die ausgeweitete Kurzarbeit im Sommer 2020 trotz Kritik für dieses Jahr verlängert.
+++ Der DBB Beamtenbund fordert wegen der Corona-Pandemie die Verbeamtung aller Lehrerinnen und Lehrer. Der Gewerkschaftsvorsitzende Silberbach sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Krise habe die Bedeutung des Beamtenstatus von Lehrkräften zur Aufrechterhaltung der Schulpflicht unter Pandemiebedingungen offengelegt. Viele Lehrkräfte seien größten Belastungen ausgesetzt. In Deutschland gibt es rund 800.000 Lehrerinnen und Lehrer. Nach DBB-Angaben sind rund 200.000 davon angestellte Lehrkräfte.
+++ In Berlin beginnt ein Pilotprojekt zum Impfen in Betrieben. Die Senatsverwaltung stellt dafür insgesamt 13.000 Impfdosen aus dem Landeskontingent zur Verfügung. Gesundheitssenatorin Kalayci teilte mit, gestartet werde in sechs Betrieben der kritischen Infrastruktur. Das Einbeziehen der Betriebe sei ein weiterer "Meilenstein" des Impfmanagements neben den Zentren und Arztpraxen. Der Bund hat den Beginn des Impfens in den Betrieben für den 7. Juni 2021 angekündigt.
+++ Bayerns Ministerpräsident Söder hält eine Verlängerung des Lockdowns über den Juni hinaus für möglich. Der CSU-Chef sagte der "Bild"-Zeitung, auch wenn die dritte Welle unter Kontrolle zu sein scheine, dürfe man sich nicht täuschen. Die Notbremse gelte gesetzlich bis zum 30. Juni. Dann werde man sehen, wie die Gesamtlage sei. "Bloß, weil ein Gesetz endet, ist Corona nicht vorbei", so Söder.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 6.922 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Das sind gut 2.200 weniger als eine Woche zuvor. Die 7-Tage-Inzidenz wird vom RKI mit 119,1 angegeben; am Vortag lag sie bei 118,6. Außerdem wurden 54 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert. Am Wochenende sind die gemeldeten Infektionszahlen niedriger, auch weil in der Regel nicht so viel getestet wird.
Weitere aktuelle Zahlen zum Coronavirus haben wir hier zusammengestellt.
+++ Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Buyx, fordert verstärkte Anstrengungen, um Bewohner ärmerer Stadtviertel gegen Corona zu impfen. Sinnvoll seien etwa mobile Dienste oder Impfungen in Gemeindezentren, um mehr Menschen zu erreichen, sagte Buyx den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Man müsse "die sozio-demografischen Unterschiede beim Impfen unbedingt berücksichtigen". Es sei ein Problem, das mit Faktoren wie Sprache, Bildung, Vertrauen sowie mit kulturellen Unterschieden zu tun habe, fügte die Ethikrat-Vorsitzende hinzu.
+++ Der Berliner Virologe Christian Drosten ist zuversichtlich, dass der Sommer "ganz gut werden kann in Deutschland". Er sagte im ZDF, man werde dann erstmals Impfeffekte sehen. Deutschland sei allerdings noch nicht so weit wie andere Länder. Drosten verwies auf offene Fragen im Zusammenhang mit Impfungen von Kindern. Entsprechende Studien seien kompliziert und dauerten, sagte der Direktor der Virologie an der Charité. Er sei sich nicht so sicher, ob man so schnell kleinere Kinder impfen könne.
Fragen und Antworten zu Impfungen von Kindern finden Sie hier.
+++ Nordrhein-Westfalen führt im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie heute als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Auf diese Weise sollen dort alle etwa 730.000 Schülerinnen und Schüler zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf den Krankheitserreger getestet werden. Die Untersuchungen werden Lolli-Tests genannt, weil die Kinder auf dem Teststäbchen 30 Sekunden lang herumlutschen müssen. Die Proben werden dann in PCR-Testverfahren von Laboren untersucht.
Sonntag, 9. Mai
+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier hält es für geboten, künftige Lockerungen der Pandemiebeschränkungen zwischen Bund und Ländern abzustimmen. Man werde versuchen, ein einheitliches Vorgehen zu erreichen, sagte der CDU-Politiker im ARD-Fernsehen. Er halte abgestimmte Maßnahmen auch dann für richtig, wenn sie je nach regionaler Infektionslage unterschiedlich schnell umgesetzt werden könnten. Ziel seien Öffnungen Schritt für Schritt, so dass im Sommer ein Urlaub in Deutschland möglich sei.
+++ Die Engländer dürfen wieder auf Tuchfühlung gehen. Die Regierung will "vertraute Kontakte" wie Umarmungen und Küsse bei Begrüßungen und Abschieden wieder erlauben, wie Staatsminister Michael Gove ankündigte. Die Lockerung soll am 17. Mai in Kraft treten, wenn auch weitere Corona-Restriktionen aufgehoben werden.
+++ Die Zahl der Covid-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung in Deutschland geht zurück. Das sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), in einem Video-Statement. Aktuell lägen rund 4.600 Menschen mit Corona auf der Intensivstation.
Im März und April war die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen deutlich gestiegen.

Eine Intensivpflegerin versorgt auf der Intensivstation am Klinikum Braunschweig einen an Covid-19 erkrankten Patienten.
Eine Intensivpflegerin versorgt auf der Intensivstation am Klinikum Braunschweig einen an Covid-19 erkrankten Patienten. (dpa-Bildfunk / Ole Spata)
+++ Ein Drittel der Erwachsenen in Großbritannien ist vollständig geimpft, wie die Gesundheitsbehörden mitteilten. Etwa 17,7 Millionen Menschen erhielten die für den vollen Schutz als notwendig erachteten zwei Spritzen. Die vier Landesteile England, Schottland, Wales und Nordirland liegen dabei etwa gleichauf. Eine erste Impfung bekamen bisher 35,4 Millionen.
+++ Wegen sinkender Corona-Zahlen geht Italien in eine Woche mit weiteren Lockerungen bei den Gesundheitsbeschränkungen. Von Montag an gibt es keine sogenannten Roten Zonen mit scharfen Sperren mehr. Am Sonntag war das kleine Aostatal im Norden noch als Hochrisikogebiet eingestuft. Außerdem dürfen nach dem Lockerungsfahrplan der Regierung am 15. Mai die Schwimmbäder wieder öffnen. Europäische Urlauber sollen ebenfalls Mitte Mai ohne die bisherige Kurz-Quarantäne einreisen können.
Sie finden hier eine Liste der Risikogebiete in Europa.
+++ Die Fluggesellschaft Emirates fliegt aus Dubai Hilfsgüter der WHO und anderer Organisationen kostenlos nach Indien. Zunächst werde Material transportiert, das sich bereits in dem Emirat befinde, teilte die Fluggesellschaft am Sonntag mit. Im Lauf der Zeit könne die Aktion aber auch auf andere Teile des Emirates-Streckennetzes ausgedehnt werden, hieß es.
+++ In Israel gibt es erstmals seit März 2020 weniger als 1.000 aktive Corona-Fälle. Gesundheitsminister Yuli Edelstein twitterte, auf dem Höhepunkt der Pandemie seien es mehr als 70.000 gewesen. Die Zahl der Schwerkranken betrage seit einer Woche weniger als 100. Edelstein wertete die Zahlen als Ergebnis der erfolgreichen Corona-Impfkampagne in Israel. Bisher haben mehr als 5,4 Millionen der rund neun Millionen Israelis eine Erstimpfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhalten. Das sind fast 60 Prozent der Bevölkerung. Angesichts der niedrigen Infektionszahlen sind die meisten Corona-Beschränkungen in Israel inzwischen aufgehoben worden.
+++ Die EU-Kommission verzichtet auf eine Verlängerung ihres Impfstoff-Liefervertrags mit AstraZeneca über Juni hinaus. Das teilte Binnenmarktkommissar Thierry Breton mit. Man werde nun sehen, was passiere. Breton betonte im Radiosender "France Inter" zugleich, AstraZeneca sei ein guter Impfstoff. Die Kommission befindet sich in einem Rechtsstreit mit dem Unternehmen wegen Lieferverzögerungen. Gestern hatte die Kommission mitgeteilt, dass die Europäische Union wird bis zu 1,8 Milliarden weitere Dosen des Vakzins von Biontech/Pfizer kaufen wird. Demnach verpflichtete sich das Pharmaunternehmen in einem Vertrag, die Dosen bis 2023 zu liefern.
+++ In Brüssel haben tausende junge Menschen das Ende der nächtlichen Corona-Ausgangssperre gefeiert, bis die Polizei einschritt und zwei Plätze räumte. Wie belgische Medien berichten, war in sozialen Medien zu einem Flashmob auf dem beliebten Platz Flagey aufgerufen worden. Am Samstagabend drängten sich dort und auf dem benachbarten Platz Sainte-Croix zahlreiche Menschen, meist ohne Masken. Gegen 1.30 Uhr begann die Polizei mit der Räumung und setzte dabei auch einen Wasserwerfer ein.
Auf dem Platz Flagey in Brüssel drängen sich zahlreiche junge Leute und feiern das Ende der nächtlichen Corona-Ausgangssperre.
Auf dem Platz Flagey in Brüssel versammelten sich Samstagabend tausende junge Menschen. Die Polizei räumte in der Nacht den Platz. (dpa / BELGA)
In Brüssel galt seit dem 19. Oktober für knapp sieben Monate eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 06.00 Uhr. Nun dürfen auch die Terrassen von Cafés und Restaurants wieder öffnen. Nach 22.00 Uhr dürfen offiziell aber nicht mehr als drei Personen auf öffentlichen Plätzen zusammenkommen.
+++ In der Debatte über die Freigabe von Patenten für Corona-Impfstoffe hat Papst Franziskus mehr internationale Solidarität gefordert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche plädierte in einer vom Vatikan veröffentlichten Video-Botschaft dafür, die "Gesetze des Marktes oder des geistigen Eigentums" nicht über die "Gesetze der Liebe und der Gesundheit der Menschheit" zu stellen. Der 84-Jährige äußerte sich anlässlich des virtuellen US-Benefizkonzerts "Vax Live". Bei der Spenden-Gala für die weltweite Corona-Impfkampagne in Los Angeles kamen rund 300 Millionen Dollar zusammen.
+++ Am zweiten Tag der Impfaktion an der Kölner Zentralmoschee hat es erneut großen Andrang gegeben. Der erste Geimpfte habe berichtet, bereits gegen 4.00 Uhr am Morgen vor dem Gebäude gewartet zu haben, sagte Impfärztin Nora Bertenburg. Gestern waren bereits rund 1.450 Menschen geimpft worden, für heute standen weitere rund 1.110 Impfdosen zur Verfügung, vor allem von Astrazeneca. In der Ditib-Zentralmoschee konnten sich Bürger ohne Terminbuchung impfen lassen. Die Aktion war nicht auf Mitglieder der muslimischen Gemeinde beschränkt, sondern offen für alle.
Lange Schlangen von Menschen bilden sich am Samstagmorgen rund um die Ditib-Zentralmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, in der bei einer Sonder-Impf-Aktion Impfungen gegen das Coronavirus angeboten werden. Bei den überschüssigen Dosen handelt es sich um die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson.
In der Ditib-Zentralmoschee in Köln fanden am 8. und 9. Mai Sonderimpfungen gegen das Coronavirus statt. (dpa)
+++ In Indien ist die Zahl der registrierten Corona-Neufinfektionen den vierten Tag in Folge um mehr als 400.000 gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mitteilte, stieg die Zahl der bestätigten Ansteckungen binnen 24 Stunden um rund 403.700 auf 22,3 Millionen. Das südostasiatische Land mit seinen mehr 1,3 Milliarden Einwohnern erlebt derzeit eine zweite Infektionswelle. Das Gesundheitssystem ist überlastet, häufig fehlt medizinischer Sauerstoff. Deutschland und andere Staaten haben Nothilfe geschickt.
+++ Die Gesundheitsämter haben dem RKI 12.656 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 3.600 weniger als vor einer Woche (16.290). Die Sieben-Tage-Inzidenz wird mit 118,6 angegeben - gestern lag sie bei 121,5. 127 weitere Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Acht der 16 Bundesländer weisen inzwischen eine Inzidenz von unter 100 auf. Nach Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern unterschritten nun auch Rheinland-Pfalz und Bremen diese Schwelle. Alle Einzelheiten zu Infektionszahlen, Intensivbetten und dem Impffortschritt können Sie hier lesen.
In Deutschland gelten seit heute Lockerungen der Corona-Maßnahmen für Geimpfte und Genesene. Sie können hier nachlesen, was genau beschlossen wurde.
+++ In Spanien ist der Notstand nach sechseinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die meisten der teils sehr strengen Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelten seit Mitternacht nicht mehr. Dazu gehört zum Beispiel die Abriegelung zahlreicher Regionen. Die Regierung mahnte dennoch weiter zur Vorsicht.
+++ Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) lobt das Urlaubs-Modellprojekt in seinem Bundesland. "Unsere Modellregionen, gerade an der Schlei und in Eckernförde, haben vorgemacht, wie man mit konsequenten Regeln Urlaub in Deutschland möglich machen kann, die Inzidenzen aber trotzdem weiter sinken", sagte Günther der "Bild am Sonntag". In der Schlei-Region seien rund 24.000 Tests durchgeführt worden, nur fünf Personen hätten ein positives Testergebnis gehabt.
Samstag, 8. Mai
+++ Italien will ab Mitte Mai die Quarantäne-Vorschriften für Einreisende aus europäischen Ländern lockern. Das kündigte Außenminister Di Maio in Rom an. Ab Juni sollen die Erleichterungen auch für Einreisen aus den USA gelten. Demnach sollen die Reisenden an der Grenze entweder einen negativen Coronatest vorweisen oder nachweisen, dass sie geimpft oder von einer Infektion genesen sind. Mit der Maßnahme solle der Tourismus angekurbelt werden.
+++ In Spanien endet am Sonntag der landesweite Ausnahmezustand, womit der Kampf gegen das Coronavirus nach Ansicht einiger Regionalregierungen erschwert wird. Gesundheitsexperten befürchten unter anderem, dass die Zahl der Reisen im Land und damit die Gefahr der Ausbreitung des Coronavirus deutlich zunehmen werden. Der Ausnahmezustand war von der Zentralregierung im Oktober ausgerufen worden, als die Zahl der täglichen Neuinfektionen stetig stieg. Zuletzt gingen diese deutlich zurück.
+++ Die Corona-Maßnahmen müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Spahn langfristig aufgehoben werden, auch wenn eine bestimmte Anzahl von Menschen ungeimpft bleibt. Wenn alle ein Angebot zur Impfung bekommen hätten, sehe er Zug um Zug die Maßnahmen immer weiter fallen, sagte der CDU-Politiker in Berlin bei einer Online-Frage- und Diskussionsrunde. Wenn jemand sage, für ihn gebe es dieses Virus nicht oder er sehe das anders mit den Risiken, der könne nicht erwarten, dass alle dann Maske tragen würden, um ihn zu schützen.
+++ Vor dem Hintergrund schwindender Nachfrage nach Corona-Impfungen haben zahlreiche US-Staaten ihre Vakzinbestellungen bei der Regierung in Washington zurückgefahren. Sie baten um die Belieferung mit einem Bruchteil der Menge, die eigentlich für sie vorgesehen war. Allein in dieser Woche bleiben damit Hunderttausende Impfdosen liegen, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.
+++ Das Grüne Impfzertifikat zum vereinfachten Reisen in Europa kann nach Erwartung von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen pünktlich im Juni starten. Die technischen und rechtlichen Vorbereitungen lägen im Plan, sagte von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Porto. Geplant sei ein fälschungssicherer Nachweis einer Corona-Impfung, einer überstandenen Covid-Erkrankung oder eines negativen Tests.
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat sich klar gegen eine Freigabe von Impfstoff-Patenten ausgesprochen. Sie lehnt damit einen Vorschlag von US-Präsident Biden ab. Merkel sagte, sie glaube nicht, dass die Freigabe von Patenten die Lösung sei, um mehr Menschen Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Zugleich warnte sie vor Risiken einer Freigabe von Patenten. Es müsse auch die Qualität der Produktion gesichert werden. Das gehe am besten, wenn Firmen ihre Produktion ausbauten, Lizenzen vergäben und auf die Qualität achteten. Das sei der sicherste Weg zu "Impfstoff für alle", betonte Merkel.
+++ EU kauft bis zu 1,8 Milliarden weitere Biontech-Impfdosen. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. 900 Millionen Dosen sollen fest bestellt werden, weitere 900 Millionen Dosen sind eine Option. Die EU-Kommission hatte die Vertragsunterzeichnung Mitte April angekündigt. Damit will sich die EU für Auffrischungsimpfungen und gegen mögliche künftige Mutationen des Virus rüsten.
+++ Der Impfstoffhersteller Biontech hält eine Patentfreigabe für nicht zielführend, will armen Ländern beim Preis aber entgegenkommen. Weiter erklärte ein Unternehmenssprecher in Mainz, man sei überzeugt davon, dass der kontinuierliche Ausbau der Produktionskapazitäten dazu beitragen werde, die Pandemie zu beenden. Er warb für eine stärkere Zusammenarbeit von
Herstellern, Regierungen und Organisationen. Keinesfalls seien Patente der begrenzende Faktor für die Produktion oder die Versorgung mit Impfstoff. Zugleich wies der Sprecher die Meldung, Biontech wolle vorübergehend auf den Patentschutz verzichten, als unzutreffend zurück.
Mehr zum Patentschutz auf Impfstoffe und die aktuelle Debatte darüber können Sie in diesem Beitrag lesen.
+++ In Belgien haben die Terrassen von Bars und Cafés wieder geöffnet. Die Ausgangssperre wurde aufgehoben, allerdings dürfen sich zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr weiterhin nicht mehr als drei Menschen im Freien treffen. Das Land war in der ersten Corona-Welle vergangenes Jahr eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.
+++ Die Europäische Union sieht die Freigabe von Patenten zur Impfstoffproduktion gegen das Coronavirus weiterhin kritisch. Dies sei keine Wunderlösung zur Versorgung der Welt mit Impfstoff, sagte Ratspräsident Michel beim EU-Gipfel im portugiesischen Porto. Michel plädierte in diesem Zusammenhang eher für die rasche Aufhebung von Exportschranken.
+++ Der Vatikan hat erneut zahlreiche Bedürftige gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie das Portal "Vatican News" berichtete, fand die Aktion in der vatikanischen Audienzhalle statt. Rund 300 Obdachlose und andere gefährdete Personen bekamen dort eine Impfdosis. In den vergangenen Wochen waren so 1.400 hilfsbedürftige Menschen aus Rom immunisiert worden.
+++ Kuba will seine Bevölkerung ab nächster Woche mit eigenen Corona-Impfstoffen impfen. Die Regierung will dabei zwei Impfstoffe einsetzen, die gerade in der Endphase der klinischen Studien sind - Kuba arbeitet insgesamt an fünf. Die Regierung hat das Ziel, bis August 70 Prozent der Bevölkerung geimpft zu haben. Kuba ist im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern bisher recht gut durch die Pandemie gekommen. Aber in letzter Zeit sind auch hier die Fälle gestiegen. Die Wirksamkeit der kubanischen Impfstoffe zu beurteilen, ist schwierig, da bisher wenige Daten veröffentlicht wurden.
Menschen mit Mund-Nasen-Schutz in Havanna, Kuba
Menschen mit Mund-Nasen-Schutz in Havanna, Kuba (AFP / YAMIL LAGE)
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 15.685 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 3.250 weniger als vor einer Woche. Außerdem wurden innerhalb von 24 Stunden 238 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank weiter von 125,7 auf 121,5.
Weitere aktuelle Zahlen zum Coronavirus haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.
+++ Der deutsche Virologe Klaus Stöhr sieht den Vorstoß der US-Regierung zur Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe skeptisch. Kurzfristig werde dies die Probleme in den Entwicklungsländern nicht lösen, sagte Stöhr im Deutschlandfunk ( Audio-Link ). Die Impfstoffherstellung sei sehr komplex, betonte der Wissenschaftler, der 15 Jahre lang für die Weltgesundheitsorganisation tätig war. Nötig sei für die Produktion von Impfstoffen ein Technologietransfer. Zudem brauche man noch die Bestandteile. Besser sei eine langfristige Zusammenarbeit mit der Impfallianz Gavi, damit die Wirkstoffe besser verteilt würden.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn geht davon aus, dass trotz der Corona-Pandemie Reisen innerhalb der EU im Sommer problemlos möglich sind. Dies werde voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein, sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Auch mit den Testungen werde man sich europaweit gut bewegen können.
+++ Indien hat den dritten Tag in Folge mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen und mit 4.187 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus so viele wie noch nie gemeldet. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 401.078 auf 21,9 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Zudem zählen die Behörden nun fast 240.000 Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind.
Das Foto zeigt Arbeiter in Schutzanzügen und Familienmitglieder, die in Neu-Delhi am 1. Mai 2021 einen Leichnam zur Einäscherung inmitten mehrerer Scheiterhaufen auf ein Gelände tragen, das in ein Krematorium für Masseneinäscherungen umgewandelt wurde.
Arbeiter und Familienmitglieder tragen in Indien einen Leichnam zur Einäscherung in der Nähe mehrerer Scheiterhaufen von Opfern des COVID-19 auf ein Gelände, das in ein Krematorium für Masseneinäscherungen umgewandelt wurde. (imago / UPI Photo / Abhishek)
+++ Die Stadt Schweinfurt hat eine für heute angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit mehreren Tausend Teilnehmern untersagt. Begründet wird das Verbot mit einer Gefahrenprognose des bayerischen Innenministeriums. Die Rede ist von neuen polizeilichen Erkenntnissen zum Veranstalter der Versammlung. In Anbetracht der hohen Infektionszahlen sei die Demonstration mit großem Unmut aufgenommen worden, erklärte Oberbürgermeister Remelé, CSU.
+++ EU-Kommissionpräsidentin von der Leyen hat sich ablehnend zur Aufhebung des Patentschutzes von Corona-Impfstoffen geäußert. Das würde auf kurze und mittlere Sicht die Probleme nicht lösen, sagte sie beim Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Porto. Schnell helfen könnten nur eine höhere Produktion, die Beseitigung von Exportschranken und das Teilen bereits bestellter Impfstoffe.
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