Norbert Burgmüller - "String Quartetts op. 7 & 14"
Die heutige Sendung soll Sie auf neue Produktionen mit Kammermusik aufmerksam machen, die allesamt bei dem Label Dabringhaus und Grimm erschienen sind. Während allerorten Opernhäuser und Symphonieorchester mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wenn nicht gar um ihre Existenz fürchten müssen, erlebt die Kammermusik zur Zeit eine Blüte wie schon lange nicht mehr. Unter einem bestimmten Aspekt erscheint sie auch als die aktuellste Form der Musikausübung. Schließlich setzt die Kammermusik zwei Tugenden voraus, die in jedem arrivierten Seminar für Führungskräfte gefordert und gelehrt werden: Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit. Hört man in die Szene hinein, so scheinen viele vor allem der jüngeren Musiker ihren Zeitgenossen im Wirtschaftsleben in diesen beiden Eigenschaften um einiges voraus zu sein. Da könnte so manche und mancher Executive direkt etwas lernen. Zumal die Fülle der wirklich hochklassigen Quartettensembles legt davon beredtes Zeugnis ab. Unter solchen Bedingungen gewinnen auch Werke von weniger berühmten Komponisten neue Qualitäten. Ein immer noch Verkannter ist der Düsseldorfer Norbert Burgmüller, der 1836 im Alter von nur 26 Jahren starb. Das Mannheimer Streichquartett hat sich zweier Werke angenommen. Das Andante aus dem Streichquartett a-moll op. 14 zeigt deutlich zwei Einflüsse: den des Lehrers Louis Spohr und den des Vorbilds Franz Schubert. * Musikbeispiel: Norbert Burgmüller - Andante aus: Streichquartett a-moll op. 14 Das war erst einmal das Mannheimer Streichquartett mit dem zweiten Satz aus dem Quartett a-moll op. 14 des früh verstorbenen Romantikers Norbert Burgmüller. Als Komponist hat er sich nicht eigentlich freischreiben können. Aber die Werke zeugen von einem eminent wachen Geist und einer Hypersensibilität, die sich in erlesenen Melodien niederschlägt. Bei der Verarbeitung des thematischen Materials hielt Burgmüller sich womöglich doch stärker ans klassische Vorbild, doch belässt er den oftmals weitgespannten Themen ein wenig zu oft die integrale Gestalt, knetet sie nicht so recht durch. Die Einspielung durch das Mannheimer Streichquartett nimmt dennoch für sich ein. Denn dieses Ensemble formuliert auch beim dritten und vierten Mal eine solche Phrase mit gleicher, womöglich noch gesteigerter Hingabe, so als könnten sie selbst sich nicht satthören an den Schönheiten dieser Musik. All dem ist ein durchaus schwärmerischer Grundton eigen, und das trifft die Intentionen dieses Komponisten offensichtlich sehr genau. Anderseits tragen sie nie dick auf, dramatisieren nicht künstlich, und es vermittelt sich der Eindruck geistvoller Behaglichkeit. Das Biedermeier zeigt sich von seiner liebenswürdigsten Seite.