
Gorißen betonte, die Brandgefahr sei extrem hoch. Die NRW-Agrarministerin
brachte auch mögliche Betretungsverbote für Waldgebiete ins Gespräch
, um weitere Brände zu verhindern. Solche Verbote könnten jedoch nur nach rechtlicher Prüfung verhängt werden.
Der Waldbrand bei der nordrhein-westfälischen Gemeinde Hürtgenwald hat sich seit gestern nicht weiter ausgebreitet. Trotzdem ist das Feuer noch nicht unter Kontrolle. Die etwa 2.000 Bewohner des evakuierten Ortsteils Gey können weiterhin nicht in ihre Häuser zurück.
"Unsere Strategie für die Nacht ist aufgegangen", sagte der Brandmeister des Kreises Düren, Karlheinz Eismar, am frühen Morgen. "Wir konnten die Flanken halten." Dies sei nur dank des Wetters möglich gewesen, es sei kaum ein Wind gegangen. Zeitweise war es sogar komplett windstill. Die Flammen haben demnach noch immer einen Abstand von 150 bis 200 Meter zum Ortsteil Gey.
Inzwischen kämpfen 1.400 Einsatzkräfte gegen das Feuer bei Hürtgenwald in der Eifel. Sie werden seit dem Morgen auch wieder von mehreren Löschhubschraubern unterstützt. Nachdem der Bund weitere Hubschrauber zur Verfügung gestellt hat, sind nun zehn Helikopter von Bundespolizei, Landespolizei und Bundeswehr im Einsatz. Die Kreisverwaltung meldete, bislang seien bei den Löscharbeiten fünf Feuerwehrleute verletzt worden.
Weil der Brand gefährlich weit vorgerückt war, hatte die Feuerwehr am frühen Freitagmorgen die Evakuierung der etwa 2.000 Bewohner von Gey angeordnet. Am Samstagmorgen teilte der Kreis Düren auf seiner Website mit: "Gey bleibt vorerst aus Sicherheitsgründen evakuiert." Die Bewohner umliegender Ortschaften wurden aufgefordert, sparsam mit Wasser umzugehen.
Löscharbeiten könnten noch Tage dauern
Das Waldstück in der Eifel steht seit Donnerstag in Flammen. Nach Behördenangaben sind etwa 300 Hektar Wald von dem Brand betroffen - das entspricht einer Fläche von etwa 420 Fußballfeldern. Die Landesregierung geht nach den Worten von Landwirtschaftsministerin Gorißen davon aus, dass es sich um den größten Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens handelt.
In der vergangenen Nacht wurde in besonders gefährdeten Bereichen der Personaleinsatz fast verdoppelt, wie der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Düren sagte. Zwei Bergepanzer der Bundeswehr schlugen Schneisen. Damit soll ein weiteres Übergreifen des Brandes verhindert werden. Nachdem der Wind gedreht hatte, musste die Feuerwehr wegen der Rauchentwicklung ihre Einsatzzentrale an eine Schule verlegen.
Die Feuerwehr rechnet damit, dass der Einsatz bei Hürtgenwald noch Tage dauert. Die Polizei hat für die Aufklärung der Brandursache ein Hinweisportal eingerichtet.
Großbrand in Rheinland-Pfalz gelöscht
Der große Flächenbrand bei Langscheid im rheinland-pfälzischen Landkreis Mayen-Koblenz konnte gestern gelöscht werden. Dort wurden sieben Menschen verletzt, eine kleine Ortschaft wurde evakuiert.
Evakuierungen wegen Waldbränden sind in Deutschland eher selten, kommen aber vor. So wurden im vergangenen Jahr beispielsweise in der Gohrischheide im sächsischen Landkreis Meißen einige Ortsteile geräumt und im Sommer 2022 mehrere Dörfer in Brandenburg.
Experte: "Wälder entzünden sich nicht selbst"
Für die meisten Waldbrände sind Menschen direkt oder indirekt verantwortlich. Denn Wälder entzünden sich nicht selbst – darauf weist ein Fachmann für Waldschutz, Prof. Michael Müller von der Technischen Universität Dresden, hin.
Diese Nachricht wurde am 15.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








