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OECD-Studie
Die Kluft wächst weiter

In Deutschland und zahlreichen anderen Ländern wächst der Abstand zwischen Arm und Reich. Wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mitteilte, ist die Kluft so groß wie seit 30 Jahren nicht mehr. Für die Entwicklung sieht die OECD vor allem einen Grund.

09.12.2014
    Ärmere investieren in der Regel weniger in Bildung, das wiederum beeinflusse die soziale Mobilität und die Ausbildung von Kompetenzen im jeweiligen Land, stellte die Organisation in einem in Berlin und Paris veröffentlichten Arbeitspapier fest. Kinder aus sozial schwächeren Familien hätten daher weniger Bildungschancen.
    "Unsere Analyse zeigt, dass wir nur auf starkes und dauerhaftes Wachstum zählen können, wenn wir der hohen und weiter wachsenden Ungleichheit etwas entgegensetzen", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Der Kampf gegen Ungleichheit müsse in das Zentrum der politischen Debatte rücken. Wachsen und gedeihen würden vor allem jene Länder, "die alles daran setzen, dass ihre Bürger von klein auf gleiche Chancen haben".
    OECD: Hemmnis für die Wirtschaft
    Verdienten die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung Mitte der 1980er-Jahre fünf Mal so viel wie die ärmsten zehn Prozent, liegt laut OECD das Verhältnis heute bei sieben zu eins. Die gestiegene Einkommensungleichheit hemme die wirtschaftliche Entwicklung. So sei das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Deutschland zwischen 1990 und 2010 inflationsbereinigt um etwa 26 Prozent gewachsen. Wäre die Ungleichheit so niedrig wie in den Achtzigern geblieben, hätte das Plus um fast sechs Prozentpunkte höher ausfallen können, berichtete Korrespondent Stefan Maas im Deutschlandfunk. Bremsend auf das Wirtschaftswachstum wirke sich vor allem aus, dass Kinder aus sozial schwächeren Familien weniger Bildungschancen haben.
    Eine Umverteilung von oben nach unten mittels Steuern und Transfers sei nicht zwangsläufig wachstumsschädlich, solange entsprechende Maßnahmen zielgenau angewandt werden, erklärte die OECD. Eine solche Verteilungspolitik müsse sich vor allem auf Familien mit Kindern sowie auf junge Menschen konzentrieren und deren Lernchancen verbessern.
    (bor/vic)