Dänisches Parlament
Opfer von Zwangsverhütung in Grönland bekommen 40.000 Euro Schmerzensgeld

In Dänemark hat das Parlament dafür gestimmt, die Opfer von Zwangsverhütung in Grönland finanziell zu entschädigen.

    24.09.2025, Grönland, Nuuk: Eine Inuit-Frau steht mit dem Rücken zur dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, während sie während eines Treffens im Kulturhaus Katuaq in Nuuk spricht.
    Dänemark hat sich offiziell bei zahlreichen Grönländerinnen für das unrechtmäßige Einsetzen von Spiralen zur Schwangerschaftsverhütung entschuldigt. (Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa)
    Die betroffenen Frauen erhalten umgerechnet jeweils rund 40.000 Euro. Die dänischen Behörden hatten zwischen 1960 und 1991 etwa 4.500 Inuit-Frauen ohne deren Zustimmung eine Verhütungsspirale eingesetzt. Geleitet von kolonialistischen Vorstellungen befürchteten sie ein zu hohes Bevölkerungswachstum und steigende Kosten für den Staat. Viele der betroffenen Frauen blieben dauerhaft unfruchtbar. Im vergangenen Jahr räumte die dänische Regierung eine systematische Diskriminierung ein und entschuldigte sich offiziell.
    Dänemark war bis 1992 für das Gesundheitswesen in seiner früheren Kolonie Grönland verantwortlich. Mittlerweile ist die Insel weitgehend autonom, gehört aber offiziell nach wie vor zum Königreich Dänemark.
    Diese Nachricht wurde am 27.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.