Mittwoch, 28. September 2022

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Osnabrücker Firma Zender stellt um
100.000 Atemschutzmasken pro Tag vom Autozulieferer

Und wieder stellt ein Unternehmen die Produktion um – statt Textilien fertigt der Osnabrücker Zulieferer Zender zertifizierte FFP2-Masken. Das Ziel: noch in dieser Woche täglich 100.000 Masken. Zunächst vor allem für Kliniken und öffentliche Einrichtungen.

Von Dietrich Mohaupt | 06.04.2020

Ein Mann im weißen Kittel hält eine FFP2 Atemschutzmaske in den Händen
Sollen künftig häufiger aus heimischer Produktion kommen - Atemschutzmasken (picture alliance / dpa / Karl-Josef Hildenbrand)
In der Produktionshalle laufen die Maschinen auf Hochtouren. Das italienisch-deutsche Unternehmen Zender kann für die Verarbeitung der hochwertigen Mikrofasern für die Schutzmasken auf einen modernen Maschinenpark zurückgreifen, erläutert Geschäftsführer Norbert Borner.
"Wir stanzen dieses Material über eine Stanzanlage, die dafür im Einsatz war, Interieurteile zu stanzen für Türverkleidungen."
Produktion zunächst für Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen
Anschließend werden die Masken mit speziellen Schweißgeräten zusammengesetzt. Mit dem Stammpersonal von 55 Beschäftigten am Standort Osnabrück kann Zender derzeit 50.000 bis 60.000 Schutzmasken pro Tag produzieren, noch in dieser Woche soll die Zahl auf etwa 100.000 Masken pro Tag steigen – mit dann etwa 130 bis 140 Beschäftigten. Der Bedarf ist riesig, betont Norbert Borner.
"Wir bedienen jetzt zuerst Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen – also im medizinischen Bereich liefern wir diese Masken. Wir verkaufen die jetzt nicht an den Endverbraucher – können wir im Moment nicht, weil der Bedarf so hoch ist."
Um künftig die Produktion von Schutzausrüstung im Land zu stärken, hatte Bundesfinanzminister Scholz heute Morgen in der ARD finanzielle Unterstützung für Unternehmen bei ähnlichen Projekten angekündigt. Und auch Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil, SPD, fordert ein Umdenken.
"Wir lernen ja im Moment aus dieser Krise alle miteinander einiges – zum Beispiel, dass wir uns nicht darauf verlassen können, dass bestimmte Produkte aus fernen Ländern ständig zu uns kommen können."
Niedersachsens Ministerpräsident Weil: Masken im Alltag werden künftig mehr dazugehören
Nach der aktuellen Coronakrise werde in Deutschland das Tragen von Schutzmasken ganz anders bewertet werden, als bisher, so Weil weiter. Deswegen werde es auch auf Dauer für solche und ähnliche Produkte einen entsprechenden Markt geben.
"Ich bin überzeugt davon, Masken werden sehr viel mehr zum Bild in der Öffentlichkeit, aber zum Beispiel auch in den Unternehmen gehören – wie wir das ja aus Asien zum Beispiel schon immer wieder gekannt haben. Da hat es uns manchmal befremdet, wenn Menschen mit Masken auf unseren Fernsehern erschienen sind – ich bin sicher, das wird auch bei uns in Europa künftig der Fall sein."