Tod
Palliativstiftung beklagt steigende Nachfrage nach assistierten Suiziden und mangelndes Wissen über Sterbebegleitung

Die Deutsche Palliativstiftung hat die zunehmende Nachfrage nach assistierten Suiziden beklagt.

    Vor einem schwarzen Hintergrund leuchtet eine Kerzenflamme. Die Kerze ist schmal und rot.
    Der eigene Tod ist für viele Menschen ein Tabu-Thema. (unsplash / David Monje)
    Die sogenannten Sterbehilfevereine verzeichneten einen Mitgliederboom, sagte der Vorstandsvorsitzende Sitte der KNA. Währenddessen dümpelten Hospizdienste vor sich hin. Ein Grund sei mangelndes Wissen in der Bevölkerung über Sterbebegleitung. Die medizinischen und psychologischen Angebote seien oft unbekannt. Das liege auch daran, dass viele sich nicht mit ihrem Sterben befassen wollten. Sie litten sehr und sähen dann im Suizid den schnellen Ausweg. Sitte betonte, er habe den Eindruck, dass die gesellschaftliche Nachfrage nach Förderung von Suizid gerade stark wachse.
    Statistisch nehmen rund 1.000 Menschen in Deutschland pro Jahr Sterbehilfe in Anspruch. Die Zahl der Suizide liegt zehnmal höher. Laut einer Bundesverfassungsgerichtsentscheidung kann Suizidhilfe straffrei sein. Das Grundgesetz gibt demnach jedem das Recht, sich selbst zu töten und dabei die Hilfe Dritter zu nutzen, sofern er seinen Entschluss aus freiem Willen fasst.

    WICHTIGER HINWEIS

    In diesem Beitrag werden Sterbehilfe und Suizid thematisiert. Es gibt Menschen, die helfen können. Wenden Sie sich zum Beispiel an die Telefonseelsorge unter 0800-1110111 (kostenfrei) und 0800-1110222 (kostenfrei). Diese Menschen nehmen sich Zeit für Sie.
    Diese Nachricht wurde am 29.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.