Auf Lampedusa
Papst Leo ehrt die im Mittelmeer ertrunkenen Migranten

Papst Leo XIV. hat der vielen Menschen gedacht, die auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ihr Leben verloren haben.

    Papst Leo spricht unter freiem Himmel in ein Mikrofon.
    Papst Leo XIV. gedenkt auf der italienischen Insel Lampedusa der Zehntausenden Migranten, die bei der Überfahrt nach Europa ertrunken sind. (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Arcidiocesi Di Agrigento)
    Bei einem Kurzbesuch auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche, die Toten in diesem Meer seien sowohl Opfer getroffener als auch ausgebliebener Entscheidungen. Direkt nach seiner Ankunft auf der Insel hatte Leo den Friedhof Lampedusas besucht, wo er am Grab von Migranten Blumen niederlegte.
    Seit 2014 zählte die Internationale Organisation für Migration rund 35.000 Menschen, die auf der Überfahrt von der nordafrikanischen Küste nach Europa starben oder bis heute vermisst werden. Allein in diesem Jahr liegt diese Zahl bereits bei mehr als 1.400.
    Die Reise des Papstes gilt auch als Zeichen in Richtung seines Geburtslandes USA, dessen Regierung hart gegen illegal eingewanderte Menschen vorgeht. In einem Brief an die Amerikaner zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung erinnerte Leo daran, dass die USA von Einwanderern gegründet worden sind. Der Schutz allen menschlichen Lebens bedeute auch, "Migranten willkommen zu heißen, sie zu schützen und ihnen beizustehen", schrieb Leo.
    Diese Nachricht wurde am 04.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.