Spanien-Reise
Papst Leo XIV. trifft Opfer sexualisierter Gewalt

Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch in Spanien sechs Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche getroffen.

    Das Bild zeigt eine Porträtaufnahme des Papstes. Er trägt ein weißes Gewand und die für den Papst typische Kopfbedeckung.
    Papst Leo. (Archivbild) (AFP / ALBERTO PIZZOLI)
    Das Gespräch dauert etwa eine Stunde. Spanische Opferverbände hatten bereits im Vorfeld kritisiert, Leo treffe sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit nur mit einigen Ausgewählten, die keine unangenehmen Fragen stellten. Dem entgegnete er, es sei ihm nicht möglich, sich mit allen Opfern zu treffen, die darum bäten. Leo bezeichnete die Missbrauchsskandale als eine "Plage", die mit mehr Entschlossenheit bekämpft werden müsse. Er rief seine kirchliche Gemeinschaft zum Zuhören, zur Wahrheit, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung auf. Jeder verletzte Mensch müsse echte Aufmerksamkeit, ehrliche Zuwendung, Schutz und konkrete Wege der Heilung finden. Begegnungen mit Missbrauchsopfern gehörten zu den schmerzhaftesten.
    Zuvor hatte der Papst im spanischen Parlament vor einer zunehmenden Militarisierung und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in Waffensystemen gewarnt. Zudem rief er die Abgeordneten zu einer humanen Migrationspolitik auf. Nach der Rede gab es minutenlangen Applaus. Leo hält sich gut eine Woche in Spanien auf. Heute reist er nach Barcelona. Morgen wird er dort einen neuen Turm der berühmten Basilika Sagrada Família weihen. Zum Abschluss reist er auf die Kanarischen Inseln. Dort steht das Thema Migration im Vordergrund.
    Diese Nachricht wurde am 09.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.