Studie
Paracetamol in der Schwangerschaft könnte Fruchtbarkeit von Töchtern beeinflussen

Die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft könnte bei Mädchen womöglich die Fruchtbarkeit und den Zeitpunkt der Menopause beeinflussen. Darauf deutet eine neue Studie aus Dänemark hin.

    Schwarz-weißes Bild von Paracetamol Pillen vor weißem Hintergrund im mittleren Drittel des Bildes. Die beiden weißen Bilddrittel oben und unten sind mit orangenen Streifen abgetrennt.
    Paracetamol-Tabletten. Eine neue Studie untersucht mögliche Folgen der Einnahme in der Schwangerschaft (Symbolbild). (Getty Images / baibaz – Deutschlandradio / Malte Kollenberg)
    Die Forscher untersuchten 302 Mädchen im Säuglingsalter, deren Mütter während der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatten. Dabei zeigten sich teilweise kleinere Eierstöcke und Gebärmütter sowie eine geringere Zahl von Eibläschen, aus denen später Eizellen entstehen, wie das Forschungsteam im Fachjournal "Human Reproduction Open" berichtet. Die Unterschiede fielen je nach Zeitpunkt der Einnahme unterschiedlich aus.
    Die Wissenschaftler betonen allerdings, dass die Studie keinen ursächlichen Zusammenhang nachweisen kann. Ob die beobachteten Unterschiede tatsächlich Auswirkungen auf die spätere Fruchtbarkeit oder den Zeitpunkt der Menopause haben, müsse erst durch langfristige Nachuntersuchungen geklärt werden.
    Paracetamol gilt weiterhin als das am häufigsten verwendete Schmerz- und Fiebermittel in der Schwangerschaft. Auch das Informationsportal Embryotox der Berliner Charité stuft das Mittel als "grün" ein. Das bedeutet: Es wird als Medikament der Wahl empfohlen – dennoch sei immer eine Kosten-Nutzen-Abwägung nötig. Eine generelle Warnung vor Paracetamol sprechen die Forscher ausdrücklich nicht aus.
    Diese Nachricht wurde am 09.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.