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Paralympics
Markus Rehm trägt die deutsche Fahne

Einen Tag vor Beginn der Paralympischen Spiel in Rio de Janeiro ist das Geheimnis um den deutschen Fahnenträger gelüftet: Markus Rehm wird die deutsche Mannschaft ins Maracanã führen. Der 28-jährige Weitsprung-Goldmedaillengewinner von London ist der wohl bekannteste deutsche Para-Sportler.

Von Jakob Rüger | 06.09.2016

Paralympics-Sieger Markus Rehm
Der paralympische Leichtathlet Markus Rehm (dpa)
Er gilt als Aushängeschild des paralympischen Sports. Als kommender Superstar der Spiele von Rio. Der 28-jährige Marcus Rehm ist ein gefragter Mann: "Es leidet schon ein bisschen das Privatleben darunter. Man kann nicht allen gerecht werden", räumt Rehm ein. " Ich habe eine ganz tolle Familie und tolle Freunde. Die sind ganz lieb und da kann ich mich drauf verlassen, die wissen, in welcher Situation sich ein Sportler befindet."
Der sympathische Weitspringer versucht es immer allen Recht zu machen. Die Termine, die Interviewanfragen und die Verantwortung werden nun noch größer. Als Fahnenträger darf er das 155-köpfige deutsche Team ins Stadion führen. Es ist Anerkennung und Höhepunkt eines beeindruckenden Lebens. 2003 veränderte sich Rehms Leben. Beim Wakeboarden wurde er von einem Motorboot erfasst. Dabei verlor er seinen rechten Unterschenkel. Neun Jahre später sprang er bei den Paralympics in London zu Gold.
Markus Rehm beim Weitsprung.
Markus Rehm beim Weitsprung. (picture-alliance / dpa / Sven Hoppe)
"Wunderbarer Sportsmann und Ausnahmeathlet"
Mittlerweile springt er sogar 8,40 Meter. Er versuchte deshalb seine Teilnahme an den Olympischen Spielen zu erstreiten, erfolglos. Nun wird Marcus Rehm die Paralympics eben im Weitsprung dominieren. Und vorher voller Stolz das deutsche Team ins Stadion führen. "Markus Rehm ist ein wunderbarer Sportsmann. Er ist ein Welt-Ausnahmeathlet. Er springt über 1,20 Meter weiter als seine Konkurrenz. Und er ist über jeden Zweifel erhaben, was Fairness angeht", begründete Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, die Wahl Rehms. "Und deshalb haben wir einen sympathischen, prominenten Athleten mit einem hohen Wiedererkennungswert, der an der Spitze der Delegation ins Stadion einmarschieren wird."
IOC-Präsident Bach fehlt
Die Generalprobe der Eröffnungsfeier verlief zwar schleppend, doch die Veranstalter versprechen einen reibungslosen Ablauf. Abgesagt für die Eröffnung hat aus persönlichen Gründen IOC-Präsident Thomas Bach. In Rio ist die Vorfreude spürbar. Der ehemalige Weltfußballer Ronaldinho hat eigens für die Paralympics einen Song zu Ehren der Athleten geschrieben. Der erfreut sich in Brasilien großer Beliebtheit. Gleiches hoffen die Veranstalter auch von den Spielen.