Dabei werden in der öffentlichen Diskussion über die Ursachen für die aktuellen Ereignisse viele Erklärungsmuster zusammengeworfen, die offensichtlich gar nichts mit der Perspektivlosigkeit der Immigrantenkinder in Frankreich und mit ihrer Gewaltbereitschaft zu tun haben: Islamistische Organisationen werden als Drahtzieher genannt, obwohl die Ausschreitungen offenbar keinen religiösen Hintergrund haben. Auch die kulturellen Identitäten der betroffenen Bevölkerungsgruppen müssen als Erklärung herhalten. Und ein Leitkultur-Kanon, der verbindliche Normen und Werte festlegen soll, gilt vielen als denkbares Allheilmittel.
Professor Werner Schiffbauer, der an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder einen Lehrstuhl für Vergleichende Kultur- und Sozialanthropologie hat, gilt als einer der profiliertesten europäischen Migrationsforscher. Er lehnt diese populistischen Deutungsmuster ab und verweist auf die Daten, die er und seine Mitarbeiter seit Jahren im Migrantenmillieu erheben. Danach identifizieren sich viele Jugendliche nicht mehr mit dem Land, aus dem ihre Eltern kommen, oder dem Land, in dem sie selbst jetzt leben, dafür aber sehr stark mit den Städten und Stadtteilen, ihrer direkten Umgebung. Hier, so Schiffauer, müsse man ansetzen, um diese Jugendlichen für die Gesellschaft zu gewinnen.
Professor Werner Schiffbauer, der an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder einen Lehrstuhl für Vergleichende Kultur- und Sozialanthropologie hat, gilt als einer der profiliertesten europäischen Migrationsforscher. Er lehnt diese populistischen Deutungsmuster ab und verweist auf die Daten, die er und seine Mitarbeiter seit Jahren im Migrantenmillieu erheben. Danach identifizieren sich viele Jugendliche nicht mehr mit dem Land, aus dem ihre Eltern kommen, oder dem Land, in dem sie selbst jetzt leben, dafür aber sehr stark mit den Städten und Stadtteilen, ihrer direkten Umgebung. Hier, so Schiffauer, müsse man ansetzen, um diese Jugendlichen für die Gesellschaft zu gewinnen.