CDU-Wirtschaftsflügel
Politologin: Begriffe wie "Lifestyle-Teilzeit" schaden Demokratie und Zusammenhalt

Nach Ansicht der Parteienforscherin Anna-Sophie Heinze schaden sozialpolitische Forderungen wie die nach einem Ende von "Lifestyle-Teilzeit" der Demokratie. Die Politologin der Universität Trier sagte im Deutschlandfunk, in Bereichen wie Arbeit und soziale Gerechtigkeit helfe das aufeinander zeigen und pauschalisieren nicht konstruktiv weiter.

    Ein Vordruck für einen Teilzeitvertrag liegt auf dem Tisch. Darunter ein Formdruck über die Arbeitsstunden.
    Immer mehr Beschäftigte arbeiten in Teilzeit - der Wirtschaftsflügel der CDU will das ändern. (IMAGO/Rüdiger Wölk)
    Das bringe auch den Parteien selbst nichts, weil sie dadurch den gesellschaftlichen Zusammenhalt angriffen. Heinze ergänzte, wenn Neid und Missgunst entstünden und gegenseitiges Vertrauen erodiere, dann komme das der Demokratie nicht zugute. Sie betonte, die meisten Menschen in Deutschland befürworteten die Demokratie, seien aber sehr unzufrieden mit der Art und Weise, wie sie funktioniere. Für mehr Vertrauen in die Politik brauche es konstruktive Vorschläge und Anreize, wie einzelne Probleme besser gelöst werden könnten. So könne die Frage gestellt werden, warum so viele Menschen in Teilzeit arbeiteten. Die Parteien müssten sich Themen umfassend widmen, statt "mit solchen sehr flapsigen Formulierungen um die Ecke zu kommen". Die CDU/CSU müsse darüber nachdenken, wie sie vor allem jüngere und mittelalte Wählergruppen erreichen könne.

    Antrag nach Kritik überarbeitet

    Der Wirtschaftsflügel der CDU hatte in einem Antrag von "Lifestyle-Teilzeit" gesprochen und gefordert, dass einen Rechtsanspruch auf Teilzeit nur noch bei Gründen wie Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Weiterbildungen gelten soll. Dies löste eine Welle der Kritik aus, auch parteiintern vor allem wegen der Wortwahl. Inzwischen wurde der Antrag überarbeitet und das Wort "Lifestyle" gestrichen. Außerdem wird der Rechtsanspruch auf Teilzeit-Arbeit nicht mehr hinterfragt.
    Sie können das Interview hier nachhören.
    Diese Nachricht wurde am 08.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.