
Noch bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Regionen oberhalb der alpinen Baumgrenze für viele Pflanzen nicht besiedelbar. Den Wissenschaftlern der Universität Wien zufolge haben die seit den 1980er Jahren steigenden Temperaturen diese Kältegrenzen aufgeweicht und zum Anstieg der Artenzahlen auf den europäischen Berggipfeln geführt. Unter anderem eroberten das Alpenrispengras und Arnika die Gipfel.
Für die aktuelle Studie wurden die Daten von Dauerbeobachtungsflächen auf 62 europäischen Berggipfeln ausgewertet. Die Flächen wurden zwischen 2001 und 2022 viermal untersucht. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin "Science". Der Prozentsatz der Arten, die bei der jeweils nächsten Untersuchung nicht wiedergefunden wurden, stieg von Mal zu Mal an. Verschwunden waren vor allem an kühlere Standorte angepasste Arten. Zu diesen zählten in den Alpen etwa das Gletscher-Hahnenfuß, das Einblütiges Hornkraut oder das Alpen-Mannsschild.
Neben den höheren Temperaturen könnten dafür auch eine abnehmende Wasserverfügbarkeit, die verkürzte Dauer der Schneebedeckung und der Konkurrenzdruck durch neue Arten verantwortlich sein, so die Wissenschaftler der Uni Wien.
Diese Nachricht wurde am 06.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
