Mittwoch, 18. Mai 2022

Jazzmusiker Uri Caine adaptiert Klassik
Play Beethoven!

Nur ein einziges Mal hat der New Yorker Starpianist Uri Caine ein Triokonzert gegeben, in dem er über Beethoven-Themen improvisierte. Der Deutschlandfunk schnitt das Experiment aus dem August 2021 mit. Eine Probe aufs Exempel – ist sie gelungen?

Moderation: Odilo Clausnitzer | 18.01.2022

Der amerikanische Jazz-Pianist und Komponist Uri Caine.
Der amerikanische Jazz-Pianist und Komponist Uri Caine hat sich Beethoven auf besondere Weise angenähert. (imago images/Sven Thielmann)
Seit seinen aufsehenerregenden „Goldberg Variations“ (2000) gilt Uri Caine als Spezialist für unorthodoxe Klassikadaptionen. Für die Konzertreihe „My Beethoven“ des Bonner Beethoven-Hauses nahm er sich im Trio Themen aus Sinfonien und Sonaten des großen Komponisten vor. Dabei ließ er sich zwar über weite Strecken von thematischer Notentreue leiten, erlaubte sich aber auch zwanglose Ausreißer, rhythmische Aufladungen und stilistische Anspielungen von Blues bis Salsa: ein Zugang, so behutsam wie einst Jacques Loussiers berühmtes „Play Bach“, doch mit Freiraum für das Improvisationstalent von Caine und seinen Mitmusikern Mark Helias (Kontrabass) und Jim Black (Schlagzeug).
Das exklusive Konzert fand im Rahmen des nachgeholten Jubiläumsprogrammes zum Beethoven-Jahr 2020 statt. Caine sah seine Herangehensweise eher als "Re-Arrangement" denn als "Re-Komposition" der Originale. Unter den von ihm bearbeiteten Beethoven-Werken waren einzelne Sätze aus den Klaviersonaten Nr. 14 und Nr. 30 sowie den Sinfonien Nr. 7 und Nr. 9.
Das Konzert wurde am 7. August 2021 mitgeschnitten.