Fraunhofer-Institut
Plug-in Hybride verbrauchen laut Studie deutlich mehr Sprit als angegeben

Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid-Antrieb verbrauchen deutlich mehr Kraftstoff als von den Herstellern angegeben. Das geht aus einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe hervor.

    Ein Elektroauto an einer öffentlicher Ladestation.
    „Plug-In-Hybridfahrzeuge“ haben sowohl einen Verbrenner als auch einen Elektromotor. (picture alliance / NurPhoto / Michael Nguyen)
    Untersucht wurden rund eine Million Autos der Baujahre 2021 bis 2023. Die Hersteller gaben den Verbrauch der Fahrzeuge mit 1,4 bis 1,6 Liter auf 100 Kilometern an. Den Realdaten zufolge waren es je nach Berechnungsmethode aber zwischen 5,8 und 6,1 Liter. Entsprechend höher sind CO2-Ausstoß und Spritkosten.
    Die Lücke zwischen theoretischem und tatsächlichem Kraftstoffverbrauch erklären die Wissenschaftler damit, dass die Verbrennermotoren bei Hybridwagen viel häufiger anspringen als bisher angenommen. Zudem verbrauchten sie auch im Elektromodus durchschnittlich etwa 3 Liter pro 100 Kilometer - viel mehr als bisher gedacht.
    Fahrzeuge deutscher Hersteller hätten dabei laut Studie zu den Modellen mit durchschnittlich höheren Verbräuchen gehört, vor allem Porsche. Am niedrigsten sei der Verbrauch hingegen bei Modellen von Kia, Toyota, Ford oder Renault gewesen.

    Umweltverband fordert Änderungen bei staatlicher Förderung

    Der Umweltverband VCD fordert Konsequenzen aus der Studie. Diese belege, was man selbst schon lange sage: "Plug-In-Hybride sind eine Mogelpackung", erklärte ein Sprecher. Die Technik sei ein Auslaufmodell und gehöre nicht gefördert. Stattdessen sollte die neue Kaufprämie der Bundesregierung ausschließlich für batterieelektrische Fahrzeuge gelten.
    Bundesumweltminister Schneider (SPD) räumte ein, dass rein elektrisch betriebene Fahrzeuge besser für die Umwelt seien. Die Entscheidung, auch Plug-in-Hybride zu fördern, habe "vor allen Dingen wirtschaftspolitische Gründe und beschäftigungspolitische Gründe".
    Der Verband der Automobilindustrie VDA betonte, Plug-in-Hybride seien bei den Verbrauchern beliebt und würden zur wachsenden Akzeptanz der E-Mobilität beitragen.
    Diese Nachricht wurde am 18.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.