Sachsen-Anhalt
Politikwissenschaftler Höhne: "Radikalisierungskurs der AfD spiegelt sich im Wahlprogramm wider"

Der Politikwissenschaftler Benjamin Höhne wertet den Entwurf für das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt als ein klares Zeichen für einen Radikalisierungskurs in der Partei. Dieser sei in den vergangenen Jahren verstärkt durch die ostdeutschen Verbände vorangetrieben worden, sagte Höhne im Deutschlandfunk.

    Zu sehen ist der Politikwissenschaftler Benjamin Höhne. Er schaut nach links und spricht mit einer Frau.
    Der Politikwissenschaftler Benjamin Höhne (Archivbild). (imago / dts Nachrichtenagentur )
    Der Experte von der Universität Chemnitz erklärte, über den Begriff "Remigration" sei auch innerhalb de AfD selbst heftig gestritten worden. Nun finde sich dieser im Titel eines Kapitels, das zu den umfangreichsten im Wahlprogramm zähle. "Wir sehen also, dass der Rechtsaußenkurs der Partei nicht mehr kaschiert wird."
    Höhne geht davon aus, dass die AfD im Fall einer Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt einen Umbau der Verfassungsordnung plant. Liberale, rechtsstaatliche Normen sollten systematisch zurückgebaut werden. "Ich glaube, da schaut man in der AfD derzeit auch sehr aufmerksam in die USA."

    "Deutschland ist eine resiliente Demokratie"

    Der Politikwissenschaftler betont jedoch: Deutschland sei eine starke, resiliente Demokratie. "Da kann nicht in einem Bundesland der Hebel umgeworfen werden und alles folgt dem Rechtsaußen-Drehbuch". Es bestehe aber die Gefahr, dass die Konsens-Demokratie im Bund empfindlich gestört werde, sollte die AfD in Sachsen-Anhalt in die Regierung kommen.
    Neben der inneren Sicherheit nennt Höhne die Kultur- und Bildungspolitik als zentrale Themen des Wahlprogramms. Außerdem sei eine deutliche Gegnerschaft zu den Kirchen zu erkennen. Die AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

    Weitere Informationen

    Sachsen-Anhalt - Landeszentrale für politische Bildung warnt vor ”Kulturkampf”
    Diese Nachricht wurde am 02.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.