
Insgesamt registrierte die Polizei bundesweit rund 86.000 politisch motivierte Delikte. Das waren zwei Prozent mehr als 2024. Dobrindt wies bei der Vorstellung der Statistik darauf hin, dass die Zunahme bei Delikten aus dem linken Spektrum mit 35 Prozent besonders stark ausgefallen sei. Der größte Bereich war mit mehr als 22.000 Fällen die Hasskriminalität. Ein Drittel davon fand im Internet statt.
Auch besonders schwere Delikte haben nach Angaben von Dobrindt zugenommen. Die Zahl stieg auf mehr als 4.100. Davon würden etwas mehr als 1.000 dem linken Spektrum zugeschrieben, knapp 1.600 gingen auf das Konto rechter und rechtsextremer Straftäter. Das zeige, dass die größte Gefahr weiterhin vom Rechtsextremismus ausgehe, sagte der CSU-Politiker. Erschreckend sei, dass die Gewaltbereitschaft gerade bei jugendlichen Tätern steige.
Leichter Zuwachs bei religiös motivierten Straftaten
Bei religiös motivierten Straftaten verzeichneten die Sicherheitsbehörden eine Zunahme um 5,7 Prozent auf 1.983 Fälle. Gewaltdelikte stiegen hier zwar um fast 13 Prozent an, spielten mit 98 Fällen aber eine vergleichsweise geringe Rolle. Bei Straftaten, die durch ausländische Ideologie motiviert waren, gab es einen Rückgang um 6,2 Prozent auf 6.886 Fälle.
BKA-Präsident: Soziale Medien Treiber für Hass und Hetze
Der Präsident des Bundeskriminalamts, Münch, erklärte, das "Fundament der Demokratie" werde angegriffen. Wesentliche Treiber seien Soziale Medien, über die Hass, Hetze und Propaganda verbreitet würden. Dies führe im schlimmsten Fall auch zu schweren Straftaten im analogen Bereich.
Extremismusforscher sieht Migrationspolitik als Ursache
Der Extremismusforscher und Politologe Hajo Funke sagte im Deutschlandfunk, ein Grund des Anstiegs der politisch motivierten Straftaten sei die härtere deutsche Migrationspolitik. Dies wollten rechte Gruppen noch verschärfen durch Angriffe auf Migrantinnen und Migranten. Auf der linken Seite wolle man wiederum dagegenhalten, was zu neuen Straftaten führe.
Den Anstieg der Gewalt bei Straftaten aus dem linken Spektrum führte Funke vor allem auf Fälle von Widerstand gegen die Polizei bei Demonstrationen zurück.
Diese Nachricht wurde am 10.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
