Angriffe auf Umspannwerke
Polizei nimmt mutmaßlichen Strom-Saboteur fest

Nach mehreren Sabotage-Attacken auf das deutsche Stromnetz hat die Polizei den Tatverdächtigen festgenommen. Der 48-Jährige aus Gevelsberg sei den Einsatzkräften in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen aufgefallen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

    Polizeifahrzeuge stehen in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler.
    Die Polizei nahm in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler einen Verdächtigen fest. (picture alliance / dpa / Sascha Thelen)
    Der Mann habe bei seiner Festnahme weitere Sprengmittel dabei gehabt und keinen Widerstand geleistet, hieß es. Er soll vergeblich versucht haben, unerkannt zu Fuß durch eine Polizeikontrolle zu gelangen. Zuvor hatten die Beamten über ein weiteres Bekennerschreiben berichtet. Erst gestern waren sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch in Sachsen weitere selbstgebaute Vorrichtungen gefunden worden, die das Ziel gehabt haben sollen, Kurzschlüsse zu verursachen.
    Das Motiv des Verdächtigen soll laut einem ersten Bekennerschreiben der Kampf gegen Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen gewesen sein. Bundesinnenminister Dobrindt sprach in Zusammenhang mit der Sabotage an Umspannwerken von "Klimaextremismus". Der CSU-Politiker betonte, es sei mit weiteren Anschlägen dieser Art in Deutschland zu rechnen.
    Nach dem mutmaßlichen Strom-Saboteur aus Nordrhein-Westfalen war bundesweit gefahndet worden. Er befand sich seit der vergangenen Woche auf der Flucht. Ein erster Großeinsatz im Hambacher Forst nahe Köln blieb erfolglos. Am Freitag hatten Beamte in der Wohnung des Mannes Sprengstoff gefunden.
    Diese Nachricht wurde am 09.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.