Eisenbahn
Polnische Lokführer protestieren nach Unglück gegen schlechte Absicherung von Bahnübergängen

Nach dem schweren Zugunglück in Polen mit einer Toten und mehreren Verletzten an einem Bahnübergang hat die Lokführergewerkschaft zu einer Aktion für mehr Sicherheit auf der Schiene aufgerufen.

    Das Bild zeigt ein Andreaskreuz neben einer einglesigen Bahnstrecke.
    Das Andreaskreuz zeigt Autofahrern an, dass der Schienenverkehr an einem Bahnübergang Vorrang hat (Symbolbild). (imago images / Rüdiger Wölk)
    Von Mitternacht an sollten die Lokführer ihre Züge 24 Stunden lang nur noch mit 20 Kilometern pro Stunde über jeden Bahnübergang fahren lassen, forderte der Gewerkschaftschef. Landesweit sei deshalb mit großen Verspätungen im Bahnverkehr zu rechnen. Gestern war südlich von Warschau an einem unbeschrankten Bahnübergang ein LKW mit einem Intercity kollidiert. Die Lokomotive und alle sechs Waggons entgleisten. Das Unglück hat in Polen eine Debatte über die Sicherheit des Bahnverkehrs ausgelöst. Auch auf Hauptstrecken sind dort viele Bahnübergänge nur mit einem Andreaskreuz und Signalen gesichert. Nach Angaben der Lokführergewerkschaft kam es in Polen im vergangenen Jahr im Schnitt an jeden zweiten Tag zu einem Unfall an einem Bahnübergang.
    Diese Nachricht wurde am 10.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.