Stuttgart
Porsche: Bis 2035 sollen insgesamt rund 9000 Stellen wegfallen

​Der Autohersteller Porsche will in den kommenden Jahren rund 5000 weitere Stellen ‌abbauen. Die ⁠Beschäftigten sollten über Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge sozialverträglich ausscheiden, teilten das Unternehmen und der Betriebsrat nach einer Betriebsversammlung im Stammwerk Stuttgart mit.

    Porsche-Schriftzug an einem Elektrofahrzeug vom Typ Taycan
    Unter anderem wegen des eingebrochenen Geschäfts in China und den US-Zöllen steckt Porsche in ‌der Krise. (AFP / RONNY HARTMANN)
    Zusammen mit dem im vergangenen Jahr beschlossenen Wegfall müssten damit rund 8900 Mitarbeiter den Konzern verlassen. Die geltende Standortsicherung ⁠verlängerte ⁠Porsche bis 2035. Betriebsbedingte Kündigungen sind in dieser Zeit ausgeschlossen.
    Hintergrund ist die aktuelle Krise des Autobauers. Im ersten Halbjahr war der Absatz um rund 16 Prozent auf rund 122.000 Autos zurückgegangen, in China brach er sogar um ein Drittel ein, in Nordamerika waren es 13 Prozent. Im Heimatmarkt Deutschland lieferte das Unternehmen knapp 15.000 Autos aus, sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Außerdem belasten US-Zölle das Unternehmen.

    Weniger Personalkosten - im Gegenzug Investitionen

    Das nun mit dem Gesamtbetriebsrat sowie der IG Metall verhandelte "Zukunftspaket" soll die Personalkosten deutlich senken, erklärte Porsche. Im Gegenzug sagte der Vorstand Investitionen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro in die Standorte Zuffenhausen und Weissach bei Stuttgart zu. Gemeinsames Ziel sei es, "die Wettbewerbsfähigkeit des Sportwagenherstellers zu stärken und dabei langfristig möglichst viele Arbeitsplätze abzusichern".
    Konkret bedeutet das unter anderem: Tariferhöhungen werden bis 2035 zum Teil einbehalten, das Weihnachtsgeld sinkt und der Mitarbeiterbonus orientiert sich stärker am Unternehmenserfolg. Große Teile des Managements verzichten 2027 und 2028 auf Erhöhungen der Grundvergütung. Homeoffice soll zudem künftig nur noch an maximal acht statt zwölf Tagen im Monat möglich sein.
    Diese Nachricht wurde am 27.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.