Dienstag, 16. August 2022

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Porträt des dänischen Gitarristen Jakob Bro
Nie in denselben Fluss steigen

Der Gitarrist Jakob Bro aus Kopenhagen versteht sich auf improvisierte Hörfilme, eine Art Zeitlupenmusik in Pastelltönen. Seit er mit dem Bassisten Thomas Morgan und dem Drummer Joey Baron große Alben wie "Gefion" und "Streams" einspielte, sind die Drei ein unzertrennliches Team.

Von Karl Lippegaus | 14.03.2019

    Ein zum Bild seitlich stehender Gitarrist richtet den Blick auf sein Instrument
    Schreibt traumtänzerische, suggestive Musik: der Gitarrist Jakob Bro. (Karolina Zapolska)
    Eine E-Gitarre singt eine Hymne auf Stille und Kontemplation, ein behutsames Öffnen der Klangräume findet statt. Mag der Begriff des Traumtänzers im Deutschen negativ konnotiert sein: Das Jakob Bro Trio deutet ihn ins Positive um. Seine Themen entwickeln einen starken Sog. Oft sind es fließende volksliedhafte Melodien, die leise verhallen, Fragmente von Songs, die keiner Texte bedürfen. In der Musik von Jakob Bro wird undogmatisch deutlich, was Gleichheit im Jazz bedeutet. Der Saxofonist Lee Konitz sagt, er habe für die Klangkunst des Gitarristen keinen Namen - sie sei weder Folk noch Jazz oder Rock und er spreche lieber von "balladeering". Oder wie Heraklit sagte: „Wir steigen in denselben Fluss und doch nicht in denselben; wir sind es, und wir sind es nicht.“