Putin als Karnevalsfigur
Prozess gegen Düsseldorfer Wagenbauer Tilly in Moskau erneut vertagt

In Moskau ist der Gerichtsprozess gegen den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly erneut vertagt worden.

    Motivwagen auf dem Rosenmontagszug in Düsseldorf. Donald Trump und Wladimir Putin besiegeln den Hitler-Stalin-Pakt 2.0 auf Kosten der Ukraine.
    Der Prozess gegen den Wagenbauer Jacques Tilly wird heute fortgesetzt. (picture alliance / FotoMedienService / Ulrich Zillmann)
    Ein Gerichtssprecher teilte mit, die Verhandlung sei auf den 26. Februar verschoben worden, weil Zeugen nicht erschienen seien. Tilly nimmt nicht an den Prozessterminen teil. Ihm drohen eine Geldstrafe oder bis zu zehn Jahre Haft - sollte Russland seiner habhaft werden, was als ausgeschlossen gilt.
    Dem Karnevalswagenbauer wird vorgeworfen, die russischen Staatsorgane verunglimpft zu haben. Er hatte mit Darstellungen auf seinen Wagen den russischen Präsidenten Putin kritisiert. Bereits mehrfach waren die Mottowagen in Düssseldorf dem russischen Präsidenten gewidmet. Einer zeigte einen Putin in Handschellen auf dem Weg zum Internationalen Strafgerichtshof. Eine andere Arbeit zeigt Putin in einer ukrainischen Wanne - in Blut badend. Auf einem weiteren Wagen schließt Putin mit US-Präsident Trump per Handschlag einen "Hitler-Stalin-Pakt 2.0" auf Kosten der Ukraine.

    "Bis heute nicht über Klage informiert"

    Tilly kritisierte, er sei von der von der russischen Justiz bis heute nicht über das Verfahren informiert worden. "Kein Brief, keine Info - nichts", sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Er habe schließlich durch einen Hinweis des Vereins "Freies Russland NRW" von dem Verfahren erfahren. "Humor tut anscheinend doch weh", sagte der Wagenbauer. Das Verfahren sei lächerlich. "Russland ist ein Mafia-Staat mit einer entsprechenden Gerichtsbarkeit". Er werde als Karnevalist auf das Verfahren reagieren und bewusst keinen eigenen Anwalt entsenden. In dem Verfahren wurde ihm eine Pflichtverteidigerin zugewiesen. Weil dies zu einem ersten Prozesstermin aber nicht erschien, war das Verfahren schon damals ein erste Mal vertagt worden.
    Diese Nachricht wurde am 28.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.