Archiv

Australien
Psychedelika wie Ecstasy und Pilze auf Rezept möglich

In Australien können nun Psychedelika verschrieben werden. Ärzte können Rezepte über MDMA - sprich Ecstasy - ausstellen, um damit eine Posttraumatische Belastungsstörung zu behandeln. Außerdem darf Psilocybin an Menschen verabreicht werden, die an einer schwer behandelbaren Depression leiden.

03.07.2023
    Verschiedenfarbige Pillen, auf denen zum Teil das Wort "Sky" aufgedruckt ist, teils auch Krokodile und andere Symbole.
    In Australien können Ärzte nun Ecstasy zur Behandlung von Depressionen einsetzen. (imago images / United Archives International)
    Psilocybin ist der psychoaktive Inhaltsstoff von Magic Mushrooms. Das Land hat die beiden Drogen auf die Liste der von der Therapeutic Goods Administration zugelassenen Arzneimittel gesetzt.
    Australien ist das erste Land, das Psychedelika auf Rezept erlaubt. Die Entscheidung war im Februar angekündigt worden. Forschende in dem Land waren damals überrascht davon. Einer sagte, dass Australien damit "an der Spitze der Forschung in diesem Bereich" steht. Allerdings weisen Fachleute darauf hin, dass die Wirksamkeit der Drogen und das Ausmaß der Risiken noch weiter wissenschaftlich untersucht werden müssten. Auch in Deutschland wird daran geforscht, wie Psilocybin bei der Behandlung von Depressionen helfen kann.
    Auch in den USA sind Psychedelika teilweise legal
    Die wachsende Akzeptanz hat auch zwei US-Bundesstaaten dazu veranlasst, Maßnahmen für ihre Verwendung zu genehmigen: Oregon war der erste Staat, der den Konsum von Psilocybin für Erwachsene legalisiert hat, und die Wähler in Colorado haben Psilocybin im Jahr 2022 entkriminalisiert.
    Die US-Arzneimittelbehörde FDA stufte Psilocybin 2018 als »bahnbrechende Therapie« ein, ein Label, das die Entwicklung und Prüfung von Medikamenten zur Behandlung einer schweren Erkrankung beschleunigen soll. Dennoch hat die American Psychiatric Association die Verwendung von Psychedelika zur Behandlung nicht befürwortet und darauf hingewiesen, dass die FDA noch keine endgültige Entscheidung getroffen hat.
    »Es gibt Bedenken, dass die Ergebnisse noch unzureichend sind und die Einführung in den klinischen Bereich verfrüht ist, dass inkompetente oder schlecht ausgerüstete Ärzte das Feld überschwemmen könnten und dass die Behandlung für die meisten unerschwinglich sein wird«, sagte Dr. Paul Liknaitzky, Leiter des Clinical Psychedelic Lab der Monash University.
    Die Medikamente werden in Australien teuer sein – etwa 10.000 Dollar (etwa 6.100 Euro) pro Patient für die Behandlung.
    Diese Nachricht wurde am 03.07.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.