Radionacht KlanghorizonteWie ein weiter Fluss

"Wide, Wide River" heißt die neueste, sanfte Platte des schottischen Folksängers James Yorkston. In den "Klanghorizonten" erklärt er, wie für ihn traurige Texte mit unbeschwerter Musik zusammenpassen. Außerdem im Interview: der deutsche Elektronik-Musiker Stefan Schneider.

Am Mikrofon: Michael Engelbrecht | 20.02.2021

Eine Gruppe von acht Menschen (zqwi Frauen, sechs Männer) steht in freier Natur vor moosbewachsenen Felden, blätterlose Bäume im Hintergrund.
Nicht nur Musiktexte: Songwriter James Yorkston (vorne) hat 2016 den Roman "Three Craws" veröffentlicht (Nadja Hallstrom)
In den ersten beiden Stunden ist das stilistische Feld weit gespannt, von Joe Lovanos Kammerjazz mit dem Trio Tapestry bis zu den groovenden Post-Free-Jazz-Erkundungen von Mats Gustafssons Band "Fire!", von James Yorkstons improvisationsfreudigem Folk bis zum sozialkritischen Electro-Punk der Sleaford Mods. Mit dabei: neue Platten des Osloer Labels Rune Grammofon und der finnische Pianist Kari Ikonen, dessen Soloalbum von Bildern des russischen Malers Kandinsky inspiriert ist.
Die beiden "Zeitreisen" widmen sich u.a. einer Erinnerung an den im Januar 2021 verstorbenen Cellisten David Darling sowie dem Werk des Italieners Tiziano Popoli aus den 1980er-Jahren. "Burn The Night - Bruciare La Notte" heisst die Wiederveröffentlichung seiner damaligen Soundforschungen zwischen Avantgarde und Pop.