Samstag, 02. Juli 2022

Reaktion der Taliban auf Afghanistan-Strategie
"Weiterer Friedhof für die Supermacht"

Die islamistischen Taliban-Rebellen in Afghanistan haben nach der Rede von US-Präsident Trump eine Fortsetzung ihres gewaltsamen Vorgehens angekündigt. Man werde am Dschihad festhalten, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte Trump angekündigt, die Anstrengungen im Kampf gegen den Terror in Afghanistan zu verstärken.

22.08.2017

Soldaten einer US-Einheit in der Nangarhar-Provinz in Afghanistan im April 2013.
Soldaten einer US-Einheit in der Nangarhar-Provinz in Afghanistan im April 2013. (AFP / Manjunath Kiran)
Der Taliban-Sprecher sagte weiter, solange es nur einen einzigen amerikanischen Soldaten im Land gebe, werde der Heilige Krieg weitergeführt. Sollten die USA ihre Truppen nicht abziehen, werde Afghanistan bald ein "weiterer Friedhof für diese Supermacht".
Der britische Verteidigungsminister Fallon begüßte die Ausführungen Trumps. Er teilte mit, er selbst sei auch mit seinem US-Kollegen Mattis übereingekommen, dass man in Afghanistan präsent bleiben müsse. Einerseits um die fragile Demokratie aufzubauen, andererseits um die Terrorgefahr für den Westen zu reduzieren.
Trump kritisiert Pakistan
Trump hatte die Truppenverstärkung auf dem Militärstützpunkt Fort Myer angekündigt. Er betonte, das US-Militär solle für Terroristen unberechenbar bleiben, daher wolle er keine Details oder konkreten Pläne verkünden. Regierungskreisen zufolge billigte er den Plan von Verteidigungsminister Mattis, die 8.400 Mann zählende Truppe am Hindukusch um 4.000 Mann zu verstärken.
Der US-Präsident betonte, Entscheidungen dürften nicht mehr von Zeiträumen, sondern von den tatsächlichen Verhältnissen abhängig gemacht werden. Den zuletzt diskutierten Abzug aller US-Militärs habe er zwar früher auch befürwortet. Seine Berater aber hätten ihn überzeugt, dass ein Abzug lediglich ein Vakuum für Terroristen des IS oder von Al Kaida hinterlassen und den Sturz der Regierung in Kabul riskieren würde. Trump kritisierte das Nachbarland Pakistan. Dort hätten Terrororganisationen einen sicheren Rückzugsraum gefunden. Darüber dürfe nicht länger geschwiegen werden.
Nach Einschätzung des US-Politikwissenschaftlers Janes hat sich die Afghanistan-Strategie mit der Rede Trumps nicht grundlegend geändert. Vielmehr sei sie vergleichar mit den Plänen der Amtsvorgänger Obama und Bush, sagte Janes im Deutschlandfunk. Es reiche nicht, ein paar tausend Soldaten mehr nach Afghanistan zu entsenden. Aber es sei eine gute Idee, andere Länder in der Region wie Indien einzubinden. Trump wäre gut beraten, dabei auch mit den NATO-Verbündeten zusammenzuarbeiten, so Janes.
(hba/tep)