
Insgesamt wurden den Angaben zufolge 2024 mehr als 70 Prozent der Kunststoffverpackungen dem werkstofflichen Recycling zugeführt. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die Kreislaufwirtschaftsexpertin des Umweltbundesamts, Rechenberg, verwies darauf, dass die Quote in 2018 noch bei 42 Prozent gelegen habe. "Den Irrglauben, es würde sowieso alles verbrannt, können wir damit eindrucksvoll widerlegen", betonte Rechenberg. Der Anstieg der Quote wurde durch ein steigendes Bewusstsein in der Bevölkerung bei der Müllentsorgung und moderne Sortiermaschinen begründet.
Deutlich verfehlt wurden die von der EU gesetzlich vorgebenen Ziele laut der Bilanz bei Getränkekartons, Glas und Verbundverpackungen. Als Gründe führten Umweltbundesamt und die Zentrale Stelle Verpackungsregister an, dass falsch entsorgter Müll in der Gelben Tonne nicht immer aussortiert werden könne. Nicht recyclingfähige Verpackungen würden in Müllverbrennungsanlagen entsorgt. Als herausfordernd gelten zudem Getränkekartons, da diese vollständig in der Gelben Tonne entsorgt werden, aber die bei der aufwändigen Verwertung die einzelnen Bestandteile getrennt werden müssen.
Probleme durch weniger Glascontainer-Standorte
Beim Glas erklärte die Expertin Rechenberg, dass die Zahl der Glascontainer-Standorte zurückgehe. Dadurch sei die korrekte Entsorgung erschwert. Zudem sollte Glas möglichst nach Farben in die entsprechenden Container entsorgt werden, da die Inhalte nach der Leerung nicht wieder vermischt würden. Rechenberg schlug vor, auf Parkplätzen von Supermärkten vermehrt Glascontainer aufzustellen, um die Entsorgung zu vereinfachen.
Umwelthilfe: "Viel zu viel unnötiger Verpackungsmüll in Deutschland"
Die Deutsche Umwelthilfe warnte vor zu positiven Schlüssen aus der gestiegenen Recyclingquote bei Kunststoffverpackungen. In Deutschland falle weiterhin viel zu viel unnötiger Verpackungsmüll an, kritisierte der Leiter Kreislaufwirtschaft der Umwelthilfe, Fischer. Mit Blick auf die schlechte Quote bei der Wiederverwertung von Getränkekartons schlug Fischer vor, die Pfandpflicht auf solche Verpackungen auszuweiten. Dies sei technisch an Pfandautomaten problemlos umsetzbar.
Diese Nachricht wurde am 27.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
