
In einer Stellungnahme von "Athleten Deutschland" heißt es dazu, der Einsatz der Sportler sei beeindruckend gewesen. Die Diskussion über deren Abschneiden habe aber erneut die Defizite der Spitzensportförderung offengelegt, darunter zersplitterte Zuständigkeiten, steigende Kosten und Nachwuchsmängel.
Geschäftsführer Herber sagte, das geplante Sportfördergesetz mit der Spitzensportagentur sei ein erster Schritt. Die Bundesregierung müsse aber auch zentrale Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen, so etwa den Ausbau der sozialen Sicherung und eine deutliche Erhöhung der Basisförderung.
Sporthilfe-Vorständin Orgeldinger fordert mehr Mut in der Spitzensportförderung des Bundes
Die Vorständin der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Orgeldinger, kritisiertebesonders das mangelnde Reformtempo der Bundesregierung. Entscheidend sei, in Bewegung zu kommen und nicht aus Angst vor Fehlern stehen zu bleiben, sagte sie im Deutschlandfunk. Deutschland dürfe sich strukturellen Fragen nicht erst im nächsten Olympiazyklus stellen. Die geplante Leistungssportagentur solle 2027 an den Start gehen, da seien die Olympischen Sommerspiele in Los Angeles "dann schon fast rum". Die Spiele finden 2028 statt.
Auch die Sporthilfe selbst habe bereits Konsequenzen gezogen, führte Orgeldinger aus. Auf weniger Athleten solle mehr, bessere und individuellere Förderung ausgeschüttet werden. Im Mai sei der Wintersport erstmals nach dem neuen Konzept unterstützt worden. Die Umsetzung dieser Neuausrichtung sei daher relativ frisch. Für die nächsten Sommer- und Winterspiele werde sie aber gewiss schon greifen. Die Sporthilfe-Vorständin fügte hinzu, Erfolgschancen ergäben sich nicht nur aus traditionellen Parade-Disziplinen, sondern auch aus einer gezielten Entwicklung weiterer Wintersportarten.
Sportministerin Schenderlein (CDU): Deutschland ist seinen Ansprüchen nicht gerecht geworden
Sport-Staatsministerin Schenderlein (CDU) erklärte, insgesamt sei Deutschland den eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden. Bei Olympischen Winterspielen wolle man, wie in den vergangenen Jahren, zu den Top-3-Nationen gehören, im Sommer wieder zu den besten fünf. Die Ergebnisse aus Italien seien deshalb auch ein klarer Handlungsauftrag, die geplanten Reformen weiter voranzutreiben.
Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Weikert, lobte indes das Abschneiden. Obwohl man weniger Goldmedaillen habe als zuletzt bei den Spielen in China, sei das eine "sehr gute Bilanz", sagte er im ZDF. Auch die 14 vierten Plätze in Norditalien könnten "sich sehen lassen". Handlungsbedarf sieht Weikert trotzdem: Klar sei immer Luft nach oben. Insbesondere in den Fachbereichen müsse man das analysieren.
Diese Nachricht wurde am 22.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
