Samstag, 20. August 2022

Archiv

Reihe: Leben in der digitalisierten Welt
Constanze Kurz: "Es ist wirklich ein politisches Tollhaus"

Ein Großteil der Geheimdienste, die hierzulande und in den USA agieren, gehöre nicht in offene Demokratien und müsse abgeschafft werden, sagte Constanze Kurz, Sprecherin des Chaos Computer Clubs, im DLF. Allerdings trauten sich zu wenige, solch radikale Forderungen öffentlich zu stellen.

Constanze Kurz im Gespräch mit Dina Netz | 08.08.2014

    Um die kollektive Wut auf Geheimdienste einzudämmen, werde die Angst der Bevölkerung auf klassische Weise ausgenutzt, sagte Constanze Kurz und erklärte weiter: "Das Gefühl ist ja, dass dieser Komplex irgendwas gegen Terror tut - was er nachweislich nicht tut."
    Leider könnten Geheimdienste auch hierzulande mittlerweile machen, was sie wollten - selbst, sich in Untersuchungsausschüsse einschleusen. Das politische Heft habe das Parlament schon lange nicht mehr in der Hand, so Kurz.
    Andererseits beobachte sie auch eine wachsende Skepsis gegenüber Datenkraken wie Facebook, Google oder Amazon. "Es ist schon ein ziemlich deutsches Phänomen, dass hier immerhin ein Anteil der Endverbraucher und Nutzer anfängt, sich umzuorientieren."
    Weil Überwachung nun mal auch in der DDR eine zentrale Rolle gespielt habe, seien die Deutschen vielleicht sensibler für dieses Thema als andere.
    Das komplette Interview können Sie noch mindestens fünf Monate in unserem Audio-on-Demand-Bereich oder über den Player oben rechts anhören. Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.