"Krankheitslast"
RKI: Herzleiden kosten Deutsche die meisten Lebensjahre

Koronare Herzkrankheiten, also Erkrankungen der Herzkranzgefäße, verursachen in Deutschland die meisten verlorenen Lebensjahre. Das geht aus aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zur sogenannten Krankheitslast hervor. Die Analyse zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern sowie bei den Ursachen für verlorene gesunde Lebensjahre.

    Symbolbild für die menschliche Durchblutung, das ein gesundes Herz samt Venen und Arterien im 3D-Illustrationsstil darstellt.
    Nach den Daten des RKI gehen die meisten verlorenen Lebensjahre auf koronare Herzkrankheiten zurück. (picture alliance / Ingram Image)
    Nach den Daten des RKI gehen die meisten verlorenen Lebensjahre auf koronare Herzkrankheiten zurück. Es folgen Lungenkrebs, Schlaganfälle, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) sowie Alzheimer- und Demenzerkrankungen.

    Rückenschmerzen belasten die Gesundheit am stärksten

    Betrachtet man nicht nur die Sterblichkeit, sondern auch die Lebensqualität, ergibt sich ein anderes Bild. Die meisten gesunden Lebensjahre gehen der RKI-Analyse zufolge durch Schmerzen im unteren Rücken verloren. Dahinter folgen Kopfschmerzerkrankungen, Angststörungen, Diabetes sowie depressive Störungen.
    Die Krankheitslast setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: den durch vorzeitige Sterblichkeit verlorenen Lebensjahren und den Jahren, die Menschen aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht in voller Gesundheit verbringen können. Zusammen ergeben beide Werte ein umfassendes Bild des Gesundheitszustands der Bevölkerung.

    Krankheitslast unterscheidet sich nach Geschlecht

    Auch beim Geschlecht zeigen sich Unterschiede. Bei Frauen verursachen Schmerzen im unteren Rücken die höchste Krankheitslast. Danach folgen koronare Herzkrankheiten und Kopfschmerzerkrankungen. Bei Männern steht hingegen die koronare Herzkrankheit an erster Stelle der Krankheitslast. Es folgen Rückenschmerzen und Lungenkrebs.

    Entwicklungen bei einzelnen Erkrankungen

    Nach Angaben des RKI ist die Krankheitslast durch koronare Herzkrankheiten zwischen 2017 und 2022 zurückgegangen. Gleichzeitig wurde bei Angststörungen und Stürzen zuletzt eine Zunahme festgestellt.

    Daten sollen Gesundheitsversorgung verbessern

    Mit der Krankheitslast stellt das RKI datenbasiert dar, wie es um die Gesundheit der Bevölkerung bestellt ist. Die frei zugänglichen Daten können Wissenschaft, Politik und Gesundheitswesen dabei unterstützen, gesundheitliche Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und die Versorgung gezielt weiterzuentwickeln.
    Diese Nachricht wurde am 14.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.