Rosenmontagszüge
Düsseldorf nimmt Putin auf die Schippe, Köln persifliert Ajatollah Chamenei

Mit beißendem Spott über die Politik haben Jecken und Narren am Montag in den rheinischen Hochburgen den Höhepunkt des Straßenkarnevals gefeiert. Dabei kam es zu einer seltenen Allianz zwischen Köln und Düsseldorf.

    Der russische Präsident Putin spießt auf einem Mottowagen den Hoppeditz mit einem Schwert auf. Die Düsseldorfer Karnevalsfigur wiederum schlägt dem in Militäruniform gekleideten Putin mit einer Narrenpritsche auf den Kopf. Davor steht Jacques Tilly und lächelt in die Kamera.
    Der Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug zum Verfahren gegen Wagenbauer Tilly (vorne): Putin spießt den Hoppeditz auf, der sich mit Pappe wehrt. (picture alliance / epd-bild / Hans-Juergen Bauer)
    Der Kölner Zug solidarisierte sich mit dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly, gegen den in Moskau ein Prozess wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane eröffnet worden war. Der Wagen von Karnevalspräsident Kuckelkorn trug den kölschen Spruch "Mer all sin Tilly" (Wir alle sind Tilly). Im Deutschlandfunk sagte der scheidende Präsident des Festkomitees, es gelte Kritik zuzulassen und auszuhalten. Generell bedeute Karneval, Haltung zu zeigen. Dazu gehöre ein deutliches Bekenntnis zur Demokratie und zum entsprechenden Wertesystem. Eine Aufgabe sei es, den Zusammenhalt zu stärken und einer Polarisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken, betonte Kuckelkorn.

    Motivwagen: Putin und Trump verspeisen Europa

    In Köln rollte diesmal kein Putin-Wagen. Dafür wurden unter anderem der oberste Führer des Irans, Chamenei, und die AfD persifliert. In Düsseldorf hingegen stellte ein Mottowagen den russischen Präsidenten dar, der die Karnevalsfigur des Hoppeditz aufspießt. Dieser wiederum schlägt Putin auf den Kopf. Ein weiterer Wagen zeigte, wie der Kremlchef gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump Europa verspeist.
    Die inländische Politik wurde ebenfalls thematisiert: Bundeskanzler Merz und Bayerns Ministerpräsident Söder fuhren einen Verbrenner in Form eines fossilen Dinosauriers, der zum Steinzeitskelett mutiert ist. Auf die demografische Entwicklung verwies das Motiv eines Babys, das einen Wagen voller Rentner bergauf ziehen muss und dabei gehörig ins Schwitzen kommt.
    In Mainz erreichte die Fastnacht ebenfalls ihren Höhepunkt. Ein Wagen zeigte einen lüstern dargestellten US-Präsidenten Trump, der mit seiner Zunge der Freiheitsstatue sehr nahekommt. Daneben behandelten Wagen unter anderem den Fleischkonsum des bayerischen Ministerpräsidenten Söder (CSU) und die Mainzer Lokalpolitik.
    Diese Nachricht wurde am 16.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.