
Der Kölner Zug solidarisierte sich mit dem Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly, gegen den in Moskau ein Prozess wegen Verunglimpfung der russischen Staatsorgane eröffnet worden war. Der Wagen von Karnevalspräsident Kuckelkorn trug den kölschen Spruch "Mer all sin Tilly" (Wir alle sind Tilly). Im Deutschlandfunk sagte der scheidende Präsident des Festkomitees, es gelte Kritik zuzulassen und auszuhalten. Generell bedeute Karneval, Haltung zu zeigen. Dazu gehöre ein deutliches Bekenntnis zur Demokratie und zum entsprechenden Wertesystem. Eine Aufgabe sei es, den Zusammenhalt zu stärken und einer Polarisierung der Gesellschaft entgegenzuwirken, betonte Kuckelkorn.
Motivwagen: Putin und Trump verspeisen Europa
In Köln rollte diesmal kein Putin-Wagen. Dafür wurden unter anderem der oberste Führer des Irans, Chamenei, und die AfD persifliert. In Düsseldorf hingegen stellte ein Mottowagen den russischen Präsidenten dar, der die Karnevalsfigur des Hoppeditz aufspießt. Dieser wiederum schlägt Putin auf den Kopf. Ein weiterer Wagen zeigte, wie der Kremlchef gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump Europa verspeist.
Die inländische Politik wurde ebenfalls thematisiert: Bundeskanzler Merz und Bayerns Ministerpräsident Söder fuhren einen Verbrenner in Form eines fossilen Dinosauriers, der zum Steinzeitskelett mutiert ist. Auf die demografische Entwicklung verwies das Motiv eines Babys, das einen Wagen voller Rentner bergauf ziehen muss und dabei gehörig ins Schwitzen kommt.
In Mainz erreichte die Fastnacht ebenfalls ihren Höhepunkt. Ein Wagen zeigte einen lüstern dargestellten US-Präsidenten Trump, der mit seiner Zunge der Freiheitsstatue sehr nahekommt. Daneben behandelten Wagen unter anderem den Fleischkonsum des bayerischen Ministerpräsidenten Söder (CSU) und die Mainzer Lokalpolitik.
Diese Nachricht wurde am 16.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
