Berlin-Brandenburg
Rund 1.000 Jahre altes Bronzekreuz entdeckt: "Einzigartiges Zeugnis der frühen Christianisierung des Havellands"

In Brandenburg ist ein rund 1.000 Jahre altes Bronzekreuz entdeckt worden. Der Fund aus dem Havelland sei ein bislang einzigartiges Zeugnis der frühen Christianisierung der Region, hieß es bei der Präsentation in Potsdam.

    Juliane Rangnow, ehrenamtliche Bodendenkmalpflegerin, hält vor Beginn einer Pressekonferenz das von ihr gefundene Radkreuz aus dem 10. Jahrhundert in der Hand.
    Das Kreuz und die Gussform werden bis März 2026 im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg an der Havel und danach im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Berlin ausgestellt sein. (dpa / Soeren Stache)
    Das zweieinhalb Zentimeter große Radkreuz sei nachweislich in einer Form gegossen worden, die in Berlin-Spandau zutage gebracht wurde. Anfang der 1980er Jahre war der Archäologe Adriaan van Müller bei Ausgrabungen auf einem slawischen Burgwall auf die Gussform gestoßen. Ein Abguss war bis dato unbekannt. Die genaue Datierung des Kreuzes vor oder nach dem Slawenaufstand von 983 muss noch geklärt werden.
    Brandenburgs Kulturministerin Schüle (SPD) betonte, der Fund sei in mehrfacher Weise spektakulär. So zeige er etwa, welche Rolle das Christentum in der damals mehrheitlich slawisch besiedelten Region bereits gespielt habe. Das Bronzekreuz als Symbol des Glaubens mache deutlich, dass Christen in der Region schon viel früher gelebt hätten, als oft angenommen. Zugleich verweise es auf damalige Handelsbeziehungen. Für die Fachwelt sei das Kreuz ein wahrer Glücksfall. Zudem sei es außerhalb regulärer Grabungen von einer ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin gefunden worden, betonte Schüle. Dies zeige, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement für die Archäologie in Brandenburg sei.
    Der Berliner Landesarchäologe Matthias Wemhoff erklärte, dass man Originalstücke aus Metall aus der Zeit finde, sei ungewöhnlich. Metall habe man damals meist recycelt. Durch die Entdeckung sei nun auch bekannt, dass der damalige Schmied in Spandau für einen großen Markt und einen sehr mobilen Personenkreis produziert habe.
    Ab dem Wochenende sollen das Bronzekreuz mit der Christusdarstellung und seine Gussform bis zum 11. März in einer Sonderausstellung im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel gezeigt werden. Danach werden beides ab Ende März für rund zwei Monate im Neuen Museum in Berlin präsentiert.
    Diese Nachricht wurde am 23.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.