Nach Frage an Selenskyj
Russland fahndet international nach deutschem F.A.Z.-Journalisten

Russland hat einen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung international zur Fahndung ausschreiben lassen.

    Der Schriftzug "Frankfurter Allgemeine Zeitung für Deutschland" prangt an der Fassade des Redaktionsgebäudes in Frankfurt am Main.
    Gegen einen Journalisten der F.A.Z. wurde in Russland Haftbefehl erlassen. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)
    Russischen Agenturberichten zufolge wird ihm "Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit" vorgeworfen. Ein Gericht in Moskau erließ Haftbefehl. Hintergrund ist ein Interview des Journalisten mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Russland wirft ihm vor, Selenskyj gefragt zu haben, was europäische Länder tun könnten, um - wörtlich - dazu beizutragen, dass mehr Russen getötet würden. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums bezeichnete dies als Aufruf zur Tötung.
    Die F.A.Z. erklärte, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen. Die Ermittlungen gegen den Journalisten seien der Versuch Russlands, unabhängige Berichterstattung zu behindern. Nach russischem Recht drohen dem Journalisten bis zu sechs Jahre Haft. Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen kritisierte das Vorgehen Russlands scharf und forderte eine Reaktion der Bundesregierung und der EU.
    Diese Nachricht wurde am 26.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.