Diplomatischer Streit
Russland schließt nun auch das deutsche Generalkonsulat in Sankt Petersburg

Russland schließt neben den Goethe-Instituten nun auch das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg. Das russische Außenministerium ordnete an, dass dies bis zum 18. September zu geschehen habe.

    Das Bild zeigt ein Gebäude in St. Petersburg mit einer rot-weißen Fassade. Über der Tür hängen eine deutsche Fahne und ein deutsche Wappen.
    Das deutsche Generalkonsulat in St. Peterburg (Archivbild vom Mai 2023) wird auch geschlossen. (IMAGO / SNA / IMAGO / Alexei Danichev)
    Zudem wurden die Mitarbeiter der drei Goethe-Institute aufgefordert, das Land bis spätestens Sonntag zu verlassen. Die Kultureinrichtung betrieb neben seiner Hauptstelle in Moskau weitere Niederlassungen in St. Petersburg und Nowosibirsk.
    Mit den Schließungen reagiert die russische Regierung auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin und des russischen Generalkonsulats in Bonn. Kremlchef Putin hat die deutschen Strafmaßnahmen bereits als "schweren Fehler" bezeichnet und von gefälschten Belegen gesprochen. Außenminister Lawrow nannte die deutschen Vorwürfe zuletzt den "Beginn eines echten Krieges".

    Bundesregierung macht Russland für Anschlagsversuch in Leipzig verantwortlich

    Hintergrund ist der Anschlagsversuch mit einer Sprengstoffdrohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Die Bundesregierung macht Russland dafür verantwortlich. Bundeskanzler Merz sagte zuletzt, dies könne gerichtsfest zugeordnet werden. Moskau bestreitet, hinter der Tat zu stecken.

    Diplomatische Präsenz schon länger eingeschränkt

    Die Schließung in St. Petersburg steht im Zusammenhang mit einer Reihe gegenseitiger Einschränkungen der diplomatischen Präsenz. Bereits 2023 hatte die Bundesregierung Russland den Betrieb von vier seiner damals fünf Generalkonsulate in Deutschland untersagt. Zuvor hatte Moskau die Zahl der deutschen Staatsbediensteten in Russland auf 350 begrenzt. Deutschland schloss daraufhin seine Generalkonsulate in Kaliningrad, Jekaterinburg und Nowosibirsk; die Botschaft in Moskau und das Generalkonsulat in St. Petersburg blieben zunächst erhalten.
    Diese Nachricht wurde am 07.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.