Wegen Drohnen-Vorwürfen zu Leipzig
Russlands Außenminister Lawrow sieht "Beginn eines echten Krieges" mit Deutschland

In der Auseinandersetzung nach dem Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig/Halle hat der russische Außenminister Lawrow den Ton weiter verschärft. Die gegen Moskau erhobenen Anschuldigungen, für den versuchten Anschlag mit einer Drohne verantwortlich zu sein, stellten letztlich den Beginn eines echten Krieges dar, sagte Lawrow laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.

    Ein Porträtfoto von Russlands Außenminister Sergej Lawrow.
    Der russische Außenminister Lawrow wirft Deutschland vor, "wieder Krieg" mit Russland zu wollen. (Alexander Nemenov/POOL AFP/AP/dpa)
    Bundeskanzler Merz steuere mit seinen Aussagen auf eine Kriegserklärung zu, betonte Lawrow. Er warf der Bundesregierung vor, die Anschuldigungen gegen Russland ohne genauere Nachforschungen erhoben zu haben. Die russische Regierung werde die "entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen", sagte Lawrow.
    Anfang August war am Leipziger Flughafen eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs gefunden worden. Die Bundesregierung machte nach Untersuchungen dafür Russland verantwortlich und kündigte unter anderem die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn sowie des russischen Kulturzentrums in Berlin an. Bundeskanzler Merz hatte gestern vor weiteren Angriffen gewarnt und erklärt, Deutschland sei fest entschlossen, seine Demokratie und sein Territorium zu verteidigen.
    Der russische Präsident Putin hatte die Maßnahmen der Bundesregierung als "erneuten schweren Fehler" bezeichnet, der den Interessen des deutschen Volkes zuwiderlaufe.
    Diese Nachricht wurde am 06.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.